Edingen-Neckarhausen

Edingen Jahreshauptversammlung des Fördervereins Edinger Schlösschen / Auch Freiherr von Castell unter den Teilnehmern

Rettungsweg als mobile Außentreppe

Langsam aber sicher sollen die Renovierungsarbeiten im großen Saal des Edinger Schlössels Gestalt annehmen. „Ich gehe davon aus, dass bis zur Kerwe die Arbeiten an den historischen Stuckdecken und Holzböden abgeschlossen sind“, betonte der Vorsitzende des Fördervereins Edinger Schlösschen, Hans Stahl, bei der Jahreshauptversammlung. Dazu hatten die Mitglieder im Saal auf der Bel Etage des Schlössels Platz genommen. Bei der Gelegenheit konnten sie sich auch gleich ein Bild von den anstehenden Arbeiten machen.

Beim Gedenken an die Verstorbenen erinnerte Stahl auch an Kurt Geißler. „Bis zu seinem Tod im Oktober vergangenen Jahres stand uns der frühere Miteigentümer des Schlössels mit Rat und Tat zur Seite, seine Sachkenntnis fehlt uns“, gestand der Vorsitzende. Bekanntlich wurde das Schlösschen 2011 von der Gemeinde erworben, während der im gleichen Jahr gegründete Förderverein den Posten des ehrenamtlichen Schlossverwalters übernahm.

Aktuell zählt der Verein rund 150 Mitglieder. Prominentestes anwesendes Mitglied war Christian Freiherr von Castell, ein Nachfahre des ehemaligen Schlossbesitzers Josef Sebastian Freiherr von Castell (1714-1781).

Der Fördervereins-Chef erwähnte in seinem Rückblick unter anderem Gespräche zwischen Denkmalamt, Landratsamt, Förderverein und Gemeinde im Hinblick auf die Saal-Sanierung sowie den geforderten zweiten Fluchtweg. Der soll jetzt in Gestalt einer mobilen Außentreppe kommen. Dazu ist die Öffnung der schmiedeeisernen Balkon-Balustrade notwendig. Im Zuge der Arbeiten soll auch gleich der Balkon saniert werden, in dessen Mauerwerk Feuchtigkeit eingedrungen ist.

Der Fördervereins-Vorsitzende dankte allen Unterstützern und Förderern zum Erhalt des barocken Kleinods. Zu diesen zählt auch die Gemeinde als Eigentümerin, die 60 000 Euro in den aktuellen Haushalt für die anstehenden Renovierungsarbeiten eingestellt hat. Bürgermeister Simon Michler zählte gewissermaßen als Hausherr ebenfalls zu den Versammlungsteilnehmern. Stahls Dank galt ferner Georg Mildenberger, der sich um die Pflanzen im Garten und an den Fenstern kümmert sowie den beiden Bank-Stiftern Helga und Paul Raab.

Die Sitzbank mit dem schmiedeeisernen Dekor, die Paul Raab selbst zusammengebaut hatte, lud gleich zum Probesitzen ein. „Eine Bank hat etwas Symbolisches. Sie stellt Verbindung nach draußen dar und symbolisiert damit Öffnung“, bemerkte Stahl. „Öffentliche Veranstaltungen gab es im Schlössel in 2017 vier, damit haben wir uns gegenüber dem Vorjahr um hundert Prozent gesteigert“, scherzte Vorstandsmitglied Inge Honsel. Sie erwähnte den Denkmal-Tag, den Leonhard-Cohen-Abend, die Lesung mit Dr. Inge Herold sowie die „exquisite Straußwirtschaft“ der „Bürger in Aktion“ an Kerwe.

Herold kümmert sich um Konto

Nach dem Rückzug von Michael Bangert kümmert sich Dietrich Herold um das Hausverwaltungs-Konto. „Wir haben Mieter, die pünktlich die Miete zahlen, es gab keinen Ärger“, bilanzierte er zufrieden. Bei den Mieteinnahmen handle es sich um „Treuhandgeld“ der Gemeinde, das wieder in das Gebäude reinvestiert werde. Ebenfalls positiv fiel der Kassenbericht aus, der in Vertretung der verreisten Kassiererin Ursel Stephan von Herold verlesen wurde.

Bernd Grabinger bescheinigte seitens der Kassenprüfer eine einwandfreie Kassenführung. Er würdigte ferner das „Engagement und Herzblut“ der gesamten Vorstandschaft zugunsten „unseres schönen Edinger Schlössels.“ In dieses sollen auf Anregung von Maryvonne Le Flecher französische Gäste im Rahmen der Partnerschaftswoche zu einem gemütlichen Kaffee-Treff eingeladen werden. Den Denkmal-Tag will man dieses Mal unter das Thema „historische Gebäude im Edinger Oberdorf“ stellen. fer