Edingen-Neckarhausen

Neckar-Bergstraße Wasserversorger Neckargruppe stellt kommende Woche die Weichen

RP empfiehlt Anschluss an MVV-Netz

Der Wasserversorger Neckargruppe wird voraussichtlich erst Mitte des Jahres über einen möglichen Anschluss an das Netz der Mannheimer MVV entscheiden. Das schlägt die Verwaltung der Verbandsversammlung vor, die in der kommenden Woche in Neckarhausen tagt. Vorsorglich soll aber bereits eine Kreditaufnahme in Höhe von einer Million Euro in den Wirtschaftsplan für 2019 aufgenommen werden.

Auslöser für die Diskussion über einen Anschluss an die MVV war die Belastung des Trinkwassers mit der Chemikalie Trifluoracetat. Diese war vom Unternehmen Solvey in Bad Wimpfen mit behördlicher Erlaubnis in den Neckar eingeleitet worden und so in das Trinkwasser der Neckargruppe gelangt. Weil der so genannte Maßnahmenwert vorübergehend angehoben wurde und keine Bedenken des Gesundheitsamtes bestanden, konnte das Trinkwasser vorerst weiter ohne Einschränkungen gefördert werden. Eine Langzeitstude mit Tierversuchen soll bis Anfang 2019 klären, ob und wie giftig der Stoff tatsächlich ist und wie hoch der Grenzwert künftig sein soll.

Für Trinkwassersicherheit

Beim Regierungspräsidium in Karlsruhe sieht man das TFA-Problem allerdings als Modellfall, wie aus den Erläuterungen zur Verbandsversammlung hervorgeht. Die Abhängigkeit vom Zustand des Neckars hat bei der Neckargruppe eine höhere Bedeutung als bei jedem anderen Wasserversorger, wird der zuständige Referatsleiter Hempelmann zitiert.

Gerade Edingen-Neckarhausen müsse deshalb aus Gründen der Trinkwassersicherheit mit Blick auf potenzielle Gefährdungen Rückgriffsmöglichkeiten auf eine zeitweise anderweitige Versorgung haben. Derzeit wird das Grundwasser hier gefördert und ins Netz eingespeist. Speicher-, Filtrations- oder Wasseraufbereitungsmöglichkeiten bestehen hingegen nicht.

Die Experten des Regierungspräsidiums empfehlen, die bereits wegen der TFA-Problematik vorgesehene Anbindung an das MVV-Netz erneut zu diskutieren und als insgesamt kostengünstigste und zeitnah realisierbare Lösung umzusetzen. Die damit verbundenen Kosten würden das Trinkwasser für Edingen-Neckarhausen um acht Cent je Kubikmeter verteuern.

Zuvor sollen jedoch noch Alternativen wie eine Aufbereitung des Wassers sowie eine Einspeisung aus Ladenburg geprüft werden. Dies sei Voraussetzung für eine spätere Förderung der Maßnahme durch das Land, heißt es in der Vorlage.

Die Sitzung der Neckargruppe findet am Dienstag, 11. Dezember, um 17 Uhr im Schloss in Neckarhausen statt. Weitere Themen sind ein Sachstandsbericht zur TFA-Belastung, der Wirtschaftsplan für 2019 und die Neuwahl des Verbandsvorsitzenden. Bürgermeister Simon Michler war im Dezember 2015 auf drei Jahre gewählt worden. Seine Amtszeit endet mit Ablauf des Jahres, seine Wiederwahl auf weitere drei Jahre gilt als Formsache.

Der Abwasserverband „Unterer Neckar“ tagt bereits am heutigen Dienstag, 4. Dezember, um 17 Uhr an gleicher Stelle. Hier geht es unter anderem um den Wirtschaftsplan für 2019 und um Konzepte zur Rückgewinnung von Phosphor in der Kläranlage. Eine neue Klärschlammverordnung schreibt diese ab dem Jahr 2032 vor.