Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Jugendblasorchester „Windstärke 08“ pflanzt Baum an der Fischkinderstube / Jetzt wird noch ein Name gesucht

Saatgut für Kastanie stammt aus dem Lustgarten

Archivartikel

Musik verbindet Menschen, Länder – und Ortsteile. Das Jugendblasorchester Windstärke 08 hat jetzt aus Anlass seines zehnjährigen Bestehens einen Baum zwischen Edingen und Neckarhausen gepflanzt. Die junge Rosskastanie fand an der Zufahrt zur neuen Fischkinderstube ihren Standort. Das gut zwei Meter hohe Bäumchen ist eine „Eigenzucht“ von Jugendleiterin Renate Untucht-Grau.

„In den vergangenen Jahren hat sich das Jugendblasorchester ein beachtliches musikalisches Repertoire erarbeitet. Dazu war natürlich viel Notenpapier nötig und damit Bäume als Rohstoff buchstäblich fällig“, erklärte die Jugendleiterin den Hintergrund der Aktion und fügte scherzhaft an: „Mit unserer Rosskastanie wollen wir einen kleinen Beitrag zur Aufforstung leisten.“

Trotz der Osterferien war gut die Hälfte der Bläserinnen und Bläser zur Stelle, um bei der Baumpflanzung dabei zu sein. Inzwischen sind es rund 40 junge Musiker, die in jenem Orchester mitwirken, das längst zu einer Erfolgsstory geworden ist. Klar, dass die jungen Leute bei der Aktion auch eine der Jahreszeit angepassten musikalischen Kostprobe gaben. Von „Winter ade“ über „Alle Vögel sind schon da“, bis hin zu „Im Märzen der Bauer“ wurden Frühlingslieder gespielt. Renate Untucht-Grau ging kurz auf die Geschichte des Jugendblasorchesters ein. Entstanden ist es als Kooperationsprojekt zwischen der Musikvereinigung Neckarhausen und der Jugendmusikschule Edingen-Neckarhausen. „Seit zehn Jahren, und davor schon zwei Jahre in den Bläserklassen als Basis des Jugendorchesters, musizieren Kinder und Jugendliche aus beiden Ortsteilen gemeinsam“, betonte die Jugendleiterin. Zur Baumpflanzung wurden deshalb neben Bürgermeister Simon Michler auch dessen Amtsvorgänger Roland Marsch sowie die ehemalige Bürgermeister-Stellvertreterin Heidi Gade eingeladen. In Marschs Ägide fiel die Gründung des Jugendblasorchesters, während Gade, selbst langjähriges Mitglied der Musikvereinigung, die Förderung der Jugendarbeit schon immer am Herzen lag.

Bürgermeister Michler sagte, er freue sich, dass sich das Jugendblasorchester so gut etabliert habe und auch bei offiziellen Anlässen der Gemeinde zu hören sei. Im Vorfeld der Aktion hatten Bedienstete des Bauhofs bereits die Pflanzgrube ausgehoben, während Herbert Stein vom Bau- und Umweltamt mit Schaufeln zum Zuschütten und Kannen zum Wässern des Baum-Jünglings zur Stelle war. Dieser hat Verwandtschaft in Ladenburg und ist ein direkter Abkömmling einer mächtigen Rosskastanie, die im ehemaligen Lustgarten der Bischöfe von Worms steht. „Ich habe dort Kastanien aufgesammelt und eingetopft. Heraus kam ein kräftiger Spross, der jetzt an seinem neuen Platz wachsen, blühen und gedeihen soll“, sagte Untucht-Grau und fügte an: „Wir hoffen, dass in etwa in 20 Jahren die Kinder unserer jetzigen Musikschüler die ersten Kastanien sammeln können.“

Ein Mädchen fand diese Vorstellung „echt cool“. Jetzt wollen die jungen Leute „ihren“ Baum hegen, pflegen, regelmäßig gießen und ihm sogar einen Namen geben. „Es wurden zwar schon einige Vorschläge im Hinblick auf die Namensgebung gemacht, aber bis jetzt ist die Kastanie noch namenlos“, sagte die Jugendleiterin. Nächster Auftritt des Jugendblasorchesters ist am Samstag, 21. April, zusammen mit dem Hauptorchester beim Jahreskonzert der Musikvereinigung. fer