Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Gemeinderat verabschiedet heute Benutzungsordnung für Seitengewässer / Höheres Krebsrisiko durch LED-Leuchten?

Schwimmen dürfen hier nur die Fische

Schwimmen, tauchen, mit dem Boot fahren – all das soll in der neuen Fischkinderstube verboten sein. Der Gemeinderat von Edingen-Neckarhausen entscheidet heute Abend in öffentlicher Sitzung über eine „Benutzungsordnung für das Seitengewässer/Flachwasserzone am Neckar“, wie das Regelwerk im Amtsdeutsch heißt.

Der Entwurf sieht ferner vor, dass sich die Benutzer stets so verhalten müssen, „dass andere nicht gefährdet oder belästigt werden“. Auch Angeln wird an dem kleinen See allenfalls eingeschränkt möglich sein.

Die als Ruhezone vorgesehene nördliche Hälfte des Gewässers ist für Menschen generell tabu. In den übrigen Bereichen darf nur nach vorheriger Genehmigung der Gemeinde geangelt werden. Mögen die gerade fertiggestellten Aussichtsplattformen auch noch so verlockend aussehen: Das Hineinspringen ins Wasser ist ebenfalls strikt verboten.

Und falls der See im Winter zufriert, darf auch die Eisfläche nicht betreten werden. Schließlich dient das künstliche Gewässer in erster Linie dem Schutz der Fische. Wo sich Menschenkinder künftig versammeln, um im grünen Klassenzimmer mehr über Natur und Umwelt zu erfahren, ist inzwischen ein großes Sonnensegel gespannt. Die Einweihung der rund drei Millionen Euro teuren Anlage ist für Freitag, 8. Juni, vorgesehen.

Ebenfalls um Kinder geht es heute Abend in der Sitzung ganz zu Beginn der Tagesordnung. Dann soll der Bebauungsplan für eine neue Kita im Gemeindepark als Satzung beschlossen werden. Danach könnte die Betreuungseinrichtung in Edingen gebaut werden, sofern der Gemeinderat dafür grünes Licht gibt. Denn entschieden ist das bislang nicht.

Grünes Licht soll der Rat zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik geben. Was Energie spart und das Klima schonen soll, ist indes neuerdings in ein schlechtes Licht gerückt. Nach einer im Internetportal kommunal.de zitierten Studie des Barcelona Institute for Global Health erhöht die LED-Straßenbeleuchtung das Risiko der Anwohner, an Brust- oder Prostatakrebs zu erkranken, um das Eineinhalbfache.

Heißes Eisen Baugebiete

Zündstoff birgt die Fortschreibung des Flächennutzungsplans. Bürgermeister Simon Michler strebt mit seinem Kompromissvorschlag eine breite Zustimmung im Rat an, nachdem seine ursprünglichen Pläne für das Neubaugebiet Mittelgewann an einem mehrheitlichen Votum der Bürger gescheitert waren. Die damals erfolgreiche Bürgerinitiative gegen eine Bebauung des Mittelgewanns hält den laut Plan theoretisch möglichen Flächenverbrauch mit knapp 35 Hektar immer noch für zu hoch, die neuerdings aktiven Befürworter einer Bebauung sprechen dagegen von einer „politischen Bankrotterklärung“.

Über das Für und Wider des Verwaltungsvorschlags wird heute nur diskutiert, die Entscheidung ist erst fünf Wochen später, in der Sitzung am 20. Juni, vorgesehen.