Edingen-Neckarhausen

Edingen Kleinkindbetreuung wurde aus der Not heraus geboren

Seit 15 Jahren geborgen im Nest

Archivartikel

Mit einem unterhaltsamen Programm und vielen Gästen hat die Kleinkinderförderung Vogelnest in Edingen ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. Nicht nur die aktuellen „Vögelchen“ samt Familie und Freunden feierten auf dem Freigelände mit, auch längst flügge gewordene Vogelnestkinder waren mit Anhang gekommen und kehrten für einen Nachmittag ins liebgewonnene Nest zurück.

„Zum Glück hat das Wetter gepasst, sonst wäre unser Jubiläumsfest buchstäblich ins Wasser gefallen“, freute sich Krippenleiterin Mia Hufnagl. Für kindgerechte Mitmach-Angebote, Theaterstück und das reichhaltige Kuchenbüffet hatte man nur im Freien der Krippeneinrichtung Platz. Als diese vor 15 Jahren als Verein für Kleinkinderförderung gegründet wurde, gab es in der Gemeinde kaum Betreuungsplätze für unter Dreijährige.

Thomas und Christina Juli, damals Eltern von Kleinkindern, hatten den Anstoß dazu gegeben und den Trägerverein auch mehrere Jahre geführt. „Anfangs gab es nur eine Spielgruppe an zwei bis drei Vormittagen, aufgrund des steigenden Betreuungsbedarfs hat sich die Einrichtung rasch weiterentwickelt“, beschreibt Mia Hufnagl die Entstehungszeit. Sie kam 2006 als Erzieherin ins Vogelnest und leitet seit 2009 die Einrichtung. Heute werden 20 Kinder in zwei Gruppen von einem festen siebenköpfigen Team betreut.

Mit der Anzahl der Kinder wuchs auch der Raumbedarf. Das DRK sowie die Fotogruppe im Heimatbund als ehemalige Mitbewohner fanden eine neue Bleibe, daraufhin stand der Krippeneinrichtung das gesamte Haus zur Verfügung. „Schade, dass die Kälble wegziehen, das ist ein echter Verlust, sie waren supertolle Nachbarn, die uns immer unterstützt haben“, bemerkt Hufnagl.

Was bleibt, ist die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde in Höhe von 68 Prozent der Betriebsausgaben sowie ein stets offenes Ohr der Verwaltung und von Bürgermeister Simon Michler. Er hatte ebenfalls beim Fest im Vogelnest vorbeigeschaut.

Dort tauchte sogar royaler Besuch auf, der allerdings ein wenig grün im Gesicht war. Bei einer Märchenaufführung für die Kleinen zählte Mia Hufnagl als Froschkönigin zu den gekrönten Häuptern. „Wir haben zuvor Krönchen gebastelt und ein Froschhüpf-Spiel veranstaltet“, lässt Erzieherin Christine Greiner-Lauble wissen. Nicht die grünen Hüpfer, sondern in allen Farben schillernden Schmetterlinge waren die gefragtesten Motive beim Kinderschminken. Farbe ins Geschehen brachten auch bunte Luftballons als Fest-Deko, die die Kinder nach und nach steigen ließen. Über den Krippenalltag im Vogelnest konnten sich Interessierte derweil drinnen im Haus informieren.

Tatkräftige Eltern

„Wir sind wie eine große Familie, man fühlt sich hier einfach daheim“, konstatiert die Vereins-Vorsitzende des Vogelnestes, Susanne Picardi, im Gespräch mit dem „MM“ und fügt an: „Dazu tragen auch die Eltern bei, die hinter dem Projekt stehen und durch verschiedene Ämter eingebunden sind.“ Sie helfen Picardi zufolge bei der Gartenarbeit, planen Veranstaltungen, backen Kuchen oder bringen sich bei anderen Gelegenheiten ein.

„Ich habe gleich zwei Jubiläen mitgestaltet, das fünf- und das zehnjährige Bestehen, heute feiere ich als Gast“, lässt die ehemalige Vogelnest-Vorsitzende Nicole Mastenbroek wissen. Die fünfjährige Greta wiederum hat viele Freunde aus ihrer gemeinsamen Vogelnest-Zeit getroffen: „Ich komme immer gerne hierher.“

Info: www.vogelnest-edingen- neckarhausen.de