Edingen-Neckarhausen

Edingen Große Narrensitzung der Edinger Kälble in der voll besetzten Pestalozzihalle

Seit 44 Jahren Garant für Stimmung und Frohsinn

Die Narren lieben nun mal „närrische“ Zahlen. Seit 44 Jahren gibt es die Karnevalsgesellschaft Edinger Kälble (KEK). Die Schnapszahl zierte bei der großen Narrensitzung ebenso das von Bettina Schroth gestaltete Bühnenbild wie der Leitspruch „Auf zur nächsten Etappe.“ Auf dem Weg dorthin ließen es die Fasnachter am Samstag in der voll besetzten Pestalozzihalle stimmungsvoll krachen – was im Falle der Büchenauer „Basselschorra“-Guggemusiker sogar besonders lautstark zum Ausdruck kam.

Mit Prinzessin Sabrina II. „vom närrischen Tanz“ an der Spitze, eroberte der Elferrat die Bühne. „Ein Traum wurde für mich wahr, ich bin Prinzessin der KEK“, verkündete Sabrina ihr Motto. Sie präsentierte sich an diesem Abend als „Lady in red“. „Du hast uns seit deinem Amtsantritt als Repräsentantin der Edinger Kälble stets würdig vertreten“, lobte Sitzungspräsident Stefan Specht die charmante Hoheit.

Nachdem die Kälble-Oberen auf der Bühne Platz genommen hatten, ernannte Bettina Schroth als Senatspräsidentin Gabi Kapp, Paul Raab, Raimund Schlipf und Helmut Koch zu Senatoren. Ferner überreichte sie seitens des Senats einen Spende an Gardeministerin Sabine Mülbert zugunsten des tänzerischen Nachwuchses. Die Garden sind das Aushängeschild der Kälble, auf das sie zu Recht stolz sein können. Sogar die Kleinsten der Minigarde waren dieses Mal marschmäßig unterwegs. Neben den Marschtänzen begeisterten vor allem die Schautänze der verschiedenen Formationen.

Zahlreiche Programmpunkte

Zahlenmäßig am besten aufgestellt, ist die Juniorengarde, die neben der Jugend- und Elferratsgarde in Sachen Schautanz eine Menge zu bieten hatte. Um live dabei zu sein, war Daniel Seidel sogar extra aus Gladbeck angereist. „Ich wollte mal meine Verwandte Lydia Wessely tanzen sehen, das ist der Hauptgrund, weshalb ich hier bin“, verriet der junge Mann. Aber nicht nur die Formationen, auch die Solistinnen waren auf Zack. Die noch sehr jungen Tanzmariechen Lea Karl und Joleen Wünsch sowie Alina-Marie Stumpf boten eine tolle Darbietung.

„Babbel net“, hieß es dann bei dem Duo „Hotte und Pit“ alias Horst Siegholt und Peter Karg. Sie landeten mit ihrem Crashkurs in Sachen Fußball-Regeln einen Volltreffer. Ebenfalls nicht auf den Mund gefallen war das „Landei“ Rolf Ehlhardt, der ab einem gewissen Alter weniger Vitamine und dafür mehr Konservierungsstoffe empfahl. Die zwei „Pälzer Schrulle“ namens „Kisela und Soffie“ (Heidi Lempke und Alexa Burger) warben für den Dialekt, „weil er in uns steckt.“ „Roi middem“, hieß es auch für den Friedrichsfelder Gerd Gohlke, der den Ramazzotti-geeichten Italiener gab. Als schrägster Vogel erwies sich aber „Gregor“, ein „Zugvogel“ aus Mannheim. Das Plüschtier mit dem großen Schnabel ist der freche Partner von Bauchredner Andreas Knecht.

Buchstäblich der „Kracher“ des Abends waren die „Basselschorra“-Guggemusiker. Trommelnd und trompetend gab es lautstark was auf die Ohren – die sich manche dann doch lieber zuhielten. „Fastnacht feiern oh wie schee, Inzabschlabbkukä“, warb der singende Zabbe-Sitzungspräsident Andreas Eder im Anschluss schon einmal für die Gemeinschaftssitzung von Insulana, Zabbe, Schlabbdewel, Kummetstolle und Kälble am 23. Februar in Friedrichsfeld. „Kommt daher, sitzt in der ersten Reihe und hat noch keine Karte für die Gemeinschaftssitzung“, rüffelte Eder scherzhaft Bürgermeister Simon Michler, der auf Nachfrage „noch ohne“ war.

Neben den Zabbe hatten auch die Insulana ihre Lieblichkeit mitgebracht, um den Kälble ihre Aufwartung zu machen. Eder bescheinigte den Edinger Karnevalisten eine „supergeile“ Sitzung. Zum Abschluss lichtete das Narrenschiff nach mehr als vier Stunden Trubel, Jubel und Heiterkeit dann endgültig den Anker. „Schiff Ahoi“ hieß der Schautanz, den zu guter Letzt die Kälble-Formation „Now Limits“ vom Stapel ließ. Für die musikalische Umrahmung des Abends hatte Alleinunterhalter Günter Wagner gesorgt, während in der Küche die Freiwillige Feuerwehr am Herd im Einsatz war.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/edingen

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