Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Drei Interessenten stellen Ideen für Mehrgenerationen-Wohnen „Hinter der Kirche“ vor

Senioren-Ausschuss will erst Rundgang

Archivartikel

Die Idee eines Mehrgenerationenhauses auf dem gemeindeeigenen Grundstück in zentraler Lage an der Straße „Hinter der Kirche“ nimmt allmählich konkretere Formen an: Im Seniorenausschuss des Gemeinderats Edingen-Neckarhausen gab es am Mittwoch erstmals Entwürfe zu sehen. Drei Interessenten stellten im Bürgersaal des Rathauses im Ortsteil Edingen Konzepte vor. Ihre Ideen präsentierten nacheinander Diringer & Scheidel Wohn- und Gewerbebau (Mannheim), das Deutsche Rote Kreuz (DRK-Kreisverband Mannheim) sowie Pro Concept AG Mannheim.

Auf Nachfrage von SPD-Stadtrat Thomas Zachler zur „Zeitschiene“ des Projekts auf rund 2000 Quadratmeter Fläche sagte Bürgermeister Simon Michler nach den drei Kurzvorträgen, dass er bis Mitte März die Stellungnahmen der Ratsfraktionen erwarte. Ob Michler bis Ende des Jahres die Planung des Projekts abschließen kann, wie er ankündigte? Die Reaktionen auf die Konzepte fielen zurückhaltend aus. „Das muss man erstmal richtig sacken lassen, das Ganze: Da kann man jetzt überhaupt noch nichts sagen“, brachte es Altgemeinderätin Inge Honsel als sachkundige Bürgerin wohl auf den Punkt. „Wir haben deutlich unterschiedliche Konzepte gehört“, stellte der fraktionslose Gemeinderat Ulf Wacker fest und schlug vor, dass sich der Gemeinderat zunächst Beispielobjekte in der Umgebung anschauen solle.

„Für zeitnahe Ortsbesichtigungen“, sprach sich auch Gabi Kapp (CDU) aus, ebenso weitere Redner. „Ein baulich und inhaltlich komplexes Thema“, sah Dietrich Herold (UBL-FDP/FWV) auf die Doppelgemeinde zukommen. Es benötige „Zeit für eine gute Entscheidung“: Man werde ein Menge zu beraten haben. „Eine Vorstellung im Gesamtgemeinderat wäre sinnvoll“, fand Herolds Fraktionskollege Klaus Merkle. Marion Miltz-Savidis (Linke) war es wichtig, Krankenwagenzufahrt und Gemeinschaftsraum zu bedenken. „Preisliche Grundlagen zu erfahren, damit man weiß, worauf man sich einlässt“, wünschte sich die sachkundige Bürgerin Brigitte Häusle.

Das ausgereifteste Konzept stellte der in Neckarhausen wohnende Diringer & Scheidel-Geschäftsführer Eberhard Klass vor: Für insgesamt 21 Einheiten zum seniorengerechten sowie auch konventionellen Wohnen und für eine ambulant betreute Seniorengemeinschaft sieht Klass Synergieeffekte durch die benachbarte Pflegeeinrichtung „Edi-Wohnpark“, an der mit Avendi-Seniorenservice seine Unternehmensgruppe beteiligt ist. Zu beachten sei, dass durch das ausgelobte Grundstück eine Leitungstrasse verlaufe. Die Frage der sachkundigen Bürgerin Heidrun Stahl, ob Einheimische bevorzugt werden, wurde verneint. „Ein Großteil der Kunden wird aber aus dem Ort kommen“, so Klass.

Kinderkrippe denkbar

„Wir treten zunächst eher über die inhaltliche als die bauliche Schiene an Sie heran“, erklärte dagegen DRK-Geschäftsführerin Christiane Springer. „Wir haben relativ viel zu bieten und wollen uns auf Ihre Bedürfnisse einstellen“, verdeutlichte die Sprecherin. „Ein Treffpunkt über alle Generationen hinweg? In Mannheim funktioniert das ganz prima: Da ist Leben in der Bude“, sagte sie. Durch Integrationsmanager Christophe Krug und die DRK-Ortsverbände sieht sie ebenso Fühlungsvorteile. 24 Mietwohnungen mit durchschnittlich 55 Quadratmetern schweben ihr vor. Auch eine kleine Kinderkrippe sei denkbar.

„Wir sind weder Pflegebetreiber noch Bauunternehmer, sondern Entwickler und kommen ergebnisoffen auf Sie zu“, stellte der Immobiliensachverständige Awes Khan seine Pro Concept AG vor. Man wolle „gemeinsam den Bedarf vor Ort analysieren“ und hole dann Planer und Berater ins Boot. Erster, grober Richtwert: 40 Wohnungen. Als Referenzobjekte nannten Khan und sein Geschäftspartner, der Architekt Jürgen Löffler, ein Haus mit rund 90 Pflegeplätzen und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) als Mieter in Weinheim und ein städtisches Projekt für 120 Kinder in Ludwigshafen-Süd.

Zum Thema