Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Schleppertreffen am Weiherhof lockt viele Besucher an / Umfangreiches Rahmenprogramm

Sonne sorgt für zusätzliche Strahlkraft

Archivartikel

„Ich bin mit meinem Oldie-Traktor gerne „on Tour“, versicherte ein Schlepperfreund aus dem Odenwald. Dass die gemächlich tuckernden Oldtimer nichts von ihrer Anziehungs- und Leistungskraft verloren haben, zeigte sich beim 6. Schleppertreffen der Schlepperfreunde Edingen-Neckarhausen. Auf dem Krauß’chen Gelände gegenüber dem Weiherhof standen sie in Reih und Glied, die nostalgischen Vertreter vorrangig „deutscher Wertarbeit“. Neben den Traktoren lockte ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm die Besucher gleich scharenweise auf den Acker.

„Wir sind mit dem Ablauf sehr zufrieden. Schätzungsweise haben vielleicht ein paar Traktoren weniger den Weg zu uns gefunden, dafür verzeichnen wir auf Besucherseite ein Plus“, zog Organisator Jochen Krauß eine positive Bilanz des Schleppertreffens, das im Drei-Jahres-Rhythmus stattfindet. Er und sein Vater Hermann sind selbst stolze Besitzer von neun „Old- und Youngtimern“ mit dem tuckernden Herz unter der Haube.

Herrliches Spätsommerwetter sorgte bei Besuchern und Traktoren gleichermaßen für gute „Laufbedingungen“ auf der trockenen Scholle. Und so manches blank poliertes „Heiliges Blechle“ gewann durch die Sonne an zusätzlicher Strahlkraft. Unter den landwirtschaftlichen Zugmaschinen die sich den Parcours teilten, befand sich auch so manche Rarität und „Nobelkarosse“. Denn je älter ein Traktor ist, umso wertvoller wird er für den Fan der tuckernden Gefährte.

Traktor aus dem Jahr 1930

Die ältesten „Zeitmaschinen“ stammten aus den 1930er Jahren, die jüngste Ausgabe war ein Traktor der Firma Claas der als Prototyp auf dem Feld stand. „Das Baujahr meines Traktors erfolgte drei Jahre vor meinem eigenen“, scherzte Walter Di Giangiacomo. Der 60-jährige Traktor-Fan aus Edingen nennt einen Holder Diesel aus dem Jahr 1955 sein eigen. Mit ihm und wechselnden Beifahrern tuckerte er übers Gelände. Gleiches tat Ronny Rehberger, der ebenfalls mit Passagieren an Bord unterwegs war.

Während die großen Traktor-Trucker Gas gaben, traten die Kids beim Tret-Traktorfahren mächtig in die Pedale. Nachdem sie den Parcours absolviert und damit die Prüfung bestanden hatten, gab es für jeden Teilnehmer einen Tret-Traktor-Führerschein. Die vier rasanten Mini-Treter werden die Schlepperfreunde an die beiden konfessionellen Kindergärten in Neckarhausen übergeben. „Die Finanzierung der Tret-Traktoren ist großteils unserem Sponsor „Eichbaum“ verdanken“, freute sich Jochen Krauß über die Unterstützung.

Reibungslos verlief auch die Bewirtung der zahlreichen Besucher. Diesen Part hatte „Germania Rocks“ übernommen. „Wir haben die Fleisch- und Wurstwaren bei einem örtlichen Betrieb bezogen und dann selbst weiterverarbeitet“, informierte Heike Seitz. Das reichhaltige Kuchenbüffet wurde von den Frauen der Schlepperfreunde mit Selbst gebackenem bestückt. Derweil turnten die Kids auf der Strohburg herum. Andere nutzen das Angebot von Korbflechter Freddy Bopp und flochten unter dessen Anleitung einen Korb.

Geräte aus der Landwirtschaft

Vom alten Korbmacher-Handwerk hin zu den alten Arbeitsgeräten, die auch in der Landwirtschaft genutzt wurden, war es kein weiter Weg. Beim Bohren von Löchern drehte man früher buchstäblich am Rad.

„Die Maschine arbeitet präzise, da kann man nix sagen“, stellte ein Besucher fest. Andere nutzten die Gelegenheit und schauten Peter Köth beim maschinellen Sägen von Brennholz zu oder deckten sich mit Kürbissen, Teigwaren und herzigen Holzarbeiten ein. Im „Fahrerlager“ hatte man derweil die Camping-Liege aufgeklappt. „Ich bin schon gestern mit meinem Hanomag hier angekommen und hab mein kleines rollendes Holzhäusel dabei“, zeigte Rudolf Weidner aus Heiligkreuzsteinach auf seine funktionale Mini-Behausung.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/neckarhausen