Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Unterkunft in der Mannheimer Straße wird noch im Mai bezogen

Sonniges Gemeinschaftshaus als Herzstück der Wohnanlage

Archivartikel

Bis Ende des Monats werden die ersten Bewohner hier einziehen, spätestens Ende Juni sind die 19 Wohneinheiten am Sport- und Freizeitzentrum in der Mannheimer Straße dann voraussichtlich voll. Der „MM“ durfte bereits gestern einen Blick in die Module werfen, die vor allem Flüchtlingen als vorübergehende Bleibe dienen werden.

Wir beginnen unseren Rundgang im Gemeinschaftshaus, jenem einstöckigen Gebäude, das künftig das Herzstück des Areals sein soll. „Wir sprechen lieber von einer Wohnanlage als von einer Sozialunterkunft“, betont Integrationsbeauftragte Sina Montassere. Tatsächlich wirken die Räume hell und freundlich, in der Luft liegt ein zarter Duft von Nadelholz. „Das sind alles Naturprodukte ohne Chemie“, verweist Raimund Hartmann vom Bauamt auf die verwendeten Materialien, vor allem Nadelholz, Holz- und Gipsfaserplatten.

Bodentiefe Fenster an drei Seiten lassen viel Licht in den Raum, der künftig als Treffpunkt der Bewohner dienen soll. Unterbrochen sind sie in der Mitte durch breite Säulen. Ein Umstand, der der Modulbauweise geschuldet ist. Denn die gesamte Anlage besteht aus einzelnen Elementen, die zwei Meter breit und bis zu 18 Meter lang sind. Dort, wo sie aneinanderstoßen, gibt es an Boden und Decke wandbreite Fugen, sofern die Wände nicht drinbleiben. Im Gemeinschaftsraum ist das aus statischen Gründen erforderlich.

Flexible Möglichkeiten

„Wir haben hier ganz viele Räume“, freut sich Montassere über die flexiblen Möglichkeiten, die das 300 Quadratmeter große Gemeinschaftshaus bietet. Neben dem Saal, in dem am Montag auch der Integrationsausschuss tagen wird, sind kleinere Einheiten auf beiden Seiten des Gangs aneinandergereiht. In einem davon wird der neue Integrationsmanager Christophe Krug sein Büro haben, in einem anderen kommt der Hausmeister unter. Außerdem zieht hier die Kleiderkammer ein. Hinter einer Küche befindet sich der Technikraum mit Wärmepumpe und Wasserboiler. Dank eines hohen Wärmedämmstandards reicht elektrischer Strom aus, um das Gebäude mit Fußbodenheizung zu beheizen. Raimund Hartmann zeigt sich zufrieden mit dem Neubau: „Das ist schon Qualität.“

Montassere hält es ebenfalls für gelungen. Ein Blick in die Toilette zeigt, dass auch an die besonderen Befindlichkeiten der Geflüchteten gedacht worden ist. Neben dem WC-Becken hängte eine Handbrause zur Reinigung des Intimbereichs mit warmen Wasser, wie es bei Muslimen üblich ist.

Auch in den Wohngebäuden findet sich dieses Extra in den Bädern. Von Luxus kann gleichwohl keine Rede sein. Sechs Menschen werden auf knapp 60 Quadratmetern wohnen. In der Nasszelle ist die Dusche mit einem Vorhang von der Toilette getrennt, ein großer Raum dient als Wohnküche. In den etwa elf Quadratmeter großen Zimmern schlafen jeweils zwei Personen in Betten aus Stahl, entweder übereinander oder nebeneinander platziert. Dazu gibt es einen Spind und einen Stuhl je Bewohner sowie einen Tisch. In der Küchenzeile befindet sich eine schlichte Kochmulde aus Stahl, einzig die schräg gestellte Dunstabzugshaube wirkt ein wenig modern. Eine Waschmaschine rundet die Ausstattung ab.

Info: Mehr Fotos unter: www.morgenweb.de/edingen

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