Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Ausschuss für Technik und Umwelt lehnt auch abgespecktes Mehrfamilienhaus in der Fichtenstraße ab

Städteplaner soll Entspannung bringen

Der Technische Ausschuss lehnt das geplante Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten und Tiefgarage in der Fichtenstraße in Neckarhausen auch nach Abstrichen des Planers als zu massiv ab. Einstimmig hat das Gremium am Donnerstag den Vorschlag von Bürgermeister Simon Michler (CDU) gebilligt, zwei oder drei Gestaltungsvorschläge bei einem Städteplaner in Auftrag zu geben.

Die Entwürfe sollen Grundlage eines neuen Bebauungsplan sein, der die künftige Entwicklung des Areals regelt. Das Bauamt der Gemeinde hatte indes vorgeschlagen, dem Vorhaben in der abgespeckten Variante zuzustimmen. Dagegen gibt es nach wie vor Proteste aus der Nachbarschaft.

Es war der spannendste Punkt der Tagesordnung, wie Bürgermeister Michler eingangs formulierte. Er erinnerte an den Beschluss des Gemeinderates, eine Veränderungssperre zu erlassen, dem Planer aber auch die Chance zu geben, seine Entwürfe zu überarbeiten. „Der Antragsteller zeigt in einigen Bereichen Entgegenkommen“, anerkannte Michler. Kubatur und Nutzfläche seien nun geringer als das, „was rein rechtlich zulässig wäre“. Das Vorhaben sei deshalb „nicht völlig aus der Welt, aber doch schon ungewohnt an diesem Standort“.

Der Bürgermeister zeigte Verständnis für Kritik an dem Vorhaben, wies zugleich aber die Wortwahl einzelner Kritiker entschieden zurück: „Da sind manche über das Ziel hinausgeschossen.“ Das Bauamt der Gemeinde prüfe Bauvorhaben „nach bestem Wissen und Gewissen“, erklärte Michler und stellte sich damit schützend vor seine Mitarbeiter, die zum Teil auch persönlich angegriffen worden waren.

Ziel seines Vorschlags sei es, einen Mittelweg zu finden. Es sei aber klar, dass an dieser Stelle kein Einfamilienhaus gebaut werde. Der zu beauftragende Städteplaner Fischer habe auch an anderer Stelle Fingerspitzengefühl bewiesen, zeigte sich Michler zuversichtlich, dass das Vorhaben gelinge.

Michael Bangert (SPD) sprach sich dafür aus, auch das Grundstück des benachbarten Obsthofes in den neuen Bebauungsplan einzubeziehen. „Dann sollte man das gesamte Gelände überplanen“, regte Bauamtsleiter Horst Göhrig an.

„So sind wir auf einem guten Weg und können etwas die Spannung rausnehmen“, zeigte sich Lukas Schöfer (CDU) zufrieden. „Was vorliegt, kann man nicht Kompromiss nennen“, sagte Dietrich Herold (UBL/FDP-FWV). Gemeinderat Thomas Hoffmann (OGL) sagte, der Vorschlag des Bürgermeisters gehe in die richtige Richtung: „Beim Bebauungsplanverfahren kann man auch die Anwohner hören.“