Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Bischof Cornelius-Bundschuh kommt am 23. September zum Festgottesdienst

Stiftung baut weiter an Zukunft der Lutherkirche

Für die kleine evangelische Kirchengemeinde Neckarhausen ist das ein großes Ereignis: Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh kommt am Sonntag, 23. September, um 10 Uhr zum Festgottesdienst in der Lutherkirche. Anlass dafür ist das zehnjährige Bestehen der Stiftung Lutherkirche, und diese ist nicht weniger außergewöhnlich.

2008 gegründet, sollte sie die Pfarrstelle in Neckarhausen auf Dauer erhalten, erinnert sich die Mitgründerin und Stiftungsratsvorsitzende Ingeborg Schiele. Anlass war damals eine geplante Stellenstreichung durch die Landeskirche. Diese hätte für das kirchliche Leben im Ort das Aus bedeuten können, befürchtete man. So entstand das ehrgeizige Ziel, binnen zehn Jahren ein Kapital von 250 000 Euro zu bilden, um mit dem Zinsertrag die Pfarrstelle zumindest mitzufinanzieren.

Den angepeilten Grundstock hat die Stiftung tatsächlich erreicht, bei den Zinsen geht die Rechnung allerdings nicht auf. In der gegenwärtigen Niedrigzinsphase lässt der Ertrag nur eine bescheidene jährliche Förderung von rund 2500 Euro. Immerhin hat sich auch die Angst vor Stellenstreichungen fürs erste als unbegründet erwiesen. „Die Landeskirche hat heute das Geld für das Pfarrpersonal“, stellt Schiele erleichtert fest, doch es gibt ein anderes Problem: „Es fehlen die Bewerber.“ Mit den Eheleuten Pollack ist das Pfarramt in Neckarhausen aber derzeit zum Glück besetzt.

Geld für die Jugend

Und was macht die Stiftung stattdessen mit dem bescheidenen Förderrahmen. „Wir unterstützen die Jugendarbeit“, erklärt Ingeborg Schiele. In der Gruppe Connect treffen sich Jugendliche, die bereits konfirmiert sind. „Wir sind froh, dass wir diese neue Gruppe haben, die interessiert und intensiv arbeitet“, betont die Vorsitzende und schwärmt auch vom Leiter der Gruppe, Slava Dreier: „Ein richtig fröhlicher Mensch.“ Auch im Festgottesdienst mit dem Bischof wird sich die Gruppe einbringen und Fürbitten vortragen.

Dass die Stiftung innerhalb von zehn Jahren ihr Ziel erreichen konnte, führt Schiele auf eine lange Tradition des Stiftens und Spendens zurück. So sei es überhaupt nur möglich gewesen, eine eigene Gemeinde zu bilden und eine Kirche zu bauen, die am 17. Juni 1934 eingeweiht wurde. „Wir gehören zu den ganz Kleinen im Bezirk“, sagt Schiele mit Blick auf die rund 1700 evangelischen Christen, die die Gemeinde zählt. Doch das könne durchaus von Vorteil sein: „Lebendige kleine Gemeinden auf dem Land sind das Salz in der Suppe der Kirche.“

Rückblickend auf die ersten Jahre stellt die Vorsitzende fest: „Ich denke, dass sich unser Stiftungserfolg durchaus sehen lassen kann.“ Erledigt sei die Aufgabe damit allerdings nicht. „Wir wünschen uns, dass sich das Kapital weiter aufbaut, für die Gemeinde und das Wohlbefinden der Menschen.“ Schiele und ihr Team wollen deshalb weiter um Stifter und Spender werben. Dabei haben sie stets eine lebendige Gemeinde als Ziel im Auge.