Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Überzeugte Umweltschützerin Birgit Jänicke will auch als Gemeinderätin der OGL grüne Akzente setzen

Taucherin geht der Natur auf den Grund

Archivartikel

„Bin im Garten“, steht auf einem Schild an ihrer Haustür. Dieser Hinweis ist für Birgit Jänicke Programm. „Ich bin einfach grün und will etwas für die Umwelt tun“, erzählt die neue Gemeinderätin der Offenen Grünen Liste (OGL) Edingen-Neckarhausen im Gespräch mit dem „MM“.

Jener Garten liegt hinter dem Zweifamilienhaus in der Neuen Bahnhofstraße in Neu-Edingen, das sie 2014 gekauft und dann saniert hat: „Ich bin vor allem draußen“, sagt sie, „im Garten oder Vögel gucken.“ Hier lebt sie gemeinsam mit ihrer Schwester und deren Familie. An ihrer Seite hat sie seit elf Jahren einen treuen Begleiter: Paul. Der Flat-Coated Retriever folgt ihr auf Schritt und Tritt. „Er liebt das Wasser“, verrät sie, genauso wie sie selbst. Zur Abkühlung steigt sie im Sommer gerne in ein großes Holzfass neben Teich und Terrasse. Noch viel lieber jedoch ist sie jahrelang getaucht.

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, erzählt sie voller Begeisterung. Zusammen mit einem Partner („ein toller Taucher“) betreibt sie ein Fachgeschäft für Tauchsport. „Ich habe schon als Kind die Filme mit Jacques Cousteau verschlungen“, erzählt sie. Doch ihre Eltern zu fragen, ob sie tauchen darf, das habe sie sich nicht getraut. Erst mit 30 habe sich die Möglichkeit ergeben. Im Rheinauer See tauchte sie ab. „Da kann es ganz schön dunkel und kalt sein“, verrät sie. Hier entfalte sich aber auch eine ganz eigene Romantik und Mystik. Als besonders eindrucksvoll schildert Jänicke ihre Tauchgänge in der Arktis 2008: „Da habe ich gesehen, wie fragil alles ist.“ Es habe sie total bewegt, wie Tiere und Natur zerstört werden, erklärt sie voller Leidenschaft.

„Ich bin schon ein Leben lang bei Greenpeace“, macht sie deutlich, wie sehr sie sich dem Schutz der Umwelt verschrieben hat. Außerdem war sie viel mit dem NABU unterwegs. „Wenn man etwas bewegen kann, dann kommunal“, lautet ihr Credo. Durch die BI gegen das Baugebiet Mittelgewann sei sie zur OGL gekommen, habe sich auch intensiv in der Zukunftswerkstatt der Gemeinde eingebracht. Und deshalb sei es eine logische Konsequenz gewesen, für den Gemeinderat zu kandidieren. „Ich wollte auch vorne stehen“, verrät sie.

In „Mannheim 71“ aufgewachsen

Groß geworden ist sie in der Main-Neckar-Bahn-Straße, im Friedrichsfelder Teil mit der Postanschrift „68 Mannheim 71“. Es habe sie immer geärgert, dass der Stadtteil nichts zu sagen habe. Jetzt, als Gemeinderätin aus dem Ortsteil Neu-Edingen, kann sie die Politik in der Gemeinde mitgestalten.

Bei ihrem vielfältigen Engagement im Umweltschutz und ab sofort auch im Gemeinderat bleibt ihr nicht viel Zeit für Hobbys. Früher, so erzählt sie, habe sie Aquarellkurse bei Michael Huber besucht. Ein paar Gemälde aus dieser Zeit hängen noch im Haus an der Wand. Zu Spaten und Grabegabel greift sie bei der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi). Die Idee, die dahinter steckt: Der Bauer beziehungsweise die Bäuerin kann durch die solidarische Unterstützung nachhaltig wirtschaften, ohne sich oder den Boden auszubeuten, während die Gemeinschaft qualitativ hochwertige Nahrungsmittel aus der Region erhält – verpackungsfrei und ohne lange Transportwege. Seit es in Edingen ein Depot von Solawi gibt, macht sie mit. „Ich koche, was ich von dort bekomme“, verrät Jänicke. Zur Zeit sind es Zucchini, gefüllt mit Hackfleisch: „Das habe ich früher gehasst.“

Im Garten aktiv

Ums Gärtnern geht es auch in einem anderen Projekt, das sie unterstützt. Der örtliche NABU hat von der Gemeinde einen Garten gepachtet und will diesen ökologisch gestalten. „Wir warten auf Fördergelder und suchen Sponsoren“, trommelt sie für das Vorhaben.

Angetan hat es ihr aber ebenso ihr eigener Garten. Den Rotmilan und einen Turmfalken hat sie hier schon beobachtet. Sogar fünf Waldohreulen hätten sich eingenistet. „Und ab und zu kommt ein Fuchs vorbei und trinkt am Teich“, erzählt sie. Ein kleines Paradies, das sie genauso erhalten möchte wie die Natur insgesamt.

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