Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Gemeinderat tagt am kommenden Mittwoch in der Eduard-Schläfer-Halle

Themen: Fähre und private Kita

In Edingen-Neckarhausen fehlen nach wie vor Betreuungsplätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Das geht aus den Unterlagen für die nächste öffentliche Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch, 21. Oktober, in der Eduard-Schläfer-Halle hervor. Um diesen zusätzlichen Bedarf zu decken, würden zeitnah zwei weitere Gruppen für Kinder über drei Jahren benötigt.

Da käme es der Gemeinde wie gerufen, dass ein privater Bauherr in der Hauptstraße in Neckarhausen ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten und einer Kindertageseinrichtung im Erdgeschoss bauen will. Doch über dieses Bauvorhaben gab es bereits in der September-Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt Diskussionen. Insbesondere wollten einige Gemeinderäte vor einer Abstimmung wissen, ob und wenn ja welche Zuschüsse der Bauherr für Bau und Betrieb einer solchen Einrichtung erhalten könnte. Sofern sie in den Bedarfsplan der Gemeinde aufgenommen sind, können sie 63 bis 68 Prozent der Betriebsausgaben erhalten. Sind sie nicht im Plan enthalten, dann liegt die Förderung deutlich niedriger, bei 30 bis 45 Prozent.

Zu entscheiden hat der Gemeinderat in der Sitzung nur über das Bauvorhaben. In einigen Punkten weicht es von den Vorgaben der Bau- und Gestaltungssatzung ab. Die Verwaltung hält diese jedoch für städtebaulich vertretbar. Allerdings sollte die Einrichtung einer Hol-und Bringzone mit eingeschränktem Halteverbot im öffentlichen Straßenraum angestrebt werden.

Gespräch kurzfristig abgesagt

Der seit 2019 amtierende SPD-Gemeinderat Alexander Jakel wurde als einer der beiden Bauherren genannt, hat inzwischen allerdings klargestellt, dass nur sein Bruder Bauherr sei. Ein zunächst zugesagtes Gespräch über das Vorhaben sagte Alexander Jakel kurzfristig wieder ab. Sein Bruder wolle sich erst nach der Entscheidung des Gemeinderates zum Vorhaben äußern.

Weiteres Thema der Sitzung ist die seit Anfang April diesen Jahres unter kommunaler Flagge verkehrende Fähre. Hierzu legt die Verwaltung einen Zwischenbericht vor. In den Unterlagen heißt es dazu, im ersten halben Jahr (von April bis Mitte Oktober) habe die Gemeinde rund 106 000 Euro an Entgelten eingenommen. Durch das Coronavirus seien die Einnahmen vermutlich geringer als in den Vorjahren. Dennoch habe die Fähre durchschnittlich 23 000 Passagiere pro Monat befördert. Da sie im Jahr 2020 nicht kostendeckend betrieben werden könne, werde die Gemeinde den Zuschuss der Stadt Ladenburg aller Voraussicht nach in Anspruch nehmen. Die Stadt auf der anderen Seite des Neckars hatte dies in Aussicht gestellt, um den Betrieb zu erhalten.

Um den Fährbetrieb dauerhaft gewährleisten zu können, sind nach Angaben der Verwaltung bis 2,5 bis drei Vollzeitstellen nötig. Marcus Heinze sei seit 1. August als technischer Leiter der Fähre eingesetzt. „Er fungiert als Schnittstelle zwischen Fährleuten, Verwaltung und Bauhof, macht das Fährpatent und wird zu Vertretungszwecken eingesetzt“, erläutert die Verwaltung. Zudem habe die Gemeinde seit 15. Oktober eine weitere Person in Vollzeit zur Ausbildung zum Fährführer angestellt.

Da auf der Fähre täglich enorme Mengen an Kleingeld anfallen, gibt es Überlegungen, ein bargeldloses Zahlungssystem einzuführen. Da die Zahlung mit Girokarte bei den Kleinstbeträgen wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, hält die Kommune ein geschlossenes Zahlungssystem (zum Beispiel mit vorab bezahlten Guthaben-Karten) für denkbar.

Eine solche Lösung wäre aber mit dem Kassensystem der Fähre nicht kompatibel. Bevor ein neues angeschafft wird, will die Verwaltung im kommenden halben Jahr erst einmal weitere Angebote einholen und prüfen.

Nichts ändern wird sich nach Angaben der Gemeinde vorerst an den Preisen. Man habe alle Preise und Angebote wie beispielsweise den „Schülerblock“ von der Fährgemeinschaft übernommen. Erst im Rahmen des Jahresberichts im Frühjahr 2021 solle über weitere Erfahrungen berichtet und über ergänzende Angebote (Mehrfachkarten, bargeldloses System) diskutiert und entschieden werden.

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