Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Linke schafft auf Anhieb den Einzug in den Gemeinderat

UBL überholt CDU, OGL schlägt SPD

Archivartikel

Die CDU ist nicht länger stärkste Kraft im Gemeinderat von Edingen-Neckarhausen. Bei der Wahl am Sonntag mussten die Christdemokraten (24,3 Prozent) Einbußen von 6,2 Punkten hinnehmen und den Platz für die Unabhängige Bürgerliste (UBL-FDP/FWV) räumen. Die Offene Grüne Liste (OGL) überholte die SPD, die Linke schaffte auf Anhieb den Einzug in den Rat.

Zwar gewann die UBL (27,6 Prozent) nur 1,1 Punkte hinzu und verteidigte damit ihre sechs Sitze, doch der erstmalige Einzug der Linken wirbelte die Kräfteverhältnisse im Rat zusätzlich durcheinander. Die Liste mit Kreisrat Edgar Wunder an der Spitze holte mit 7,6 Prozent der Stimmen gleich zwei Sitze, die CDU musste im Gegenzug zwei abgeben. Die OGL (23,6 Prozent) gewann einen Sitz hinzu, die SPD (16,9 Prozent) verlor wie schon 2014 abermals ein Mandat.

Wende mit dem siebten Bezirk

Als sechs der zwölf Stimmbezirke am Montagmittag ausgezählt waren, lag die CDU noch knapp vorn. Mit dem siebten Bezirk schob sich um 13.30 Uhr die UBL erstmals an die Spitze und ließ sich von da an nicht mehr von dieser Position verdrängen. Mehr und mehr stabilisierte sich der Trend. Bevor endgültige Gewissheit herrschte, mussten die Kandidaten und Bürger bei der Ergebnispräsentation im Bürgersaal allerdings Geduld aufbringen. Der letzte Bezirk in Edingen, mit rund 800 Wählern einer der größten, nahm am meisten Zeit in Anspruch. Erst um 15.10 Uhr wurden die Ergebnisse eingespielt, der UBL-Sieg war perfekt.

Mit ihren beiden Sitzen verliert die CDU zugleich zwei Mitglieder ihrer bisherigen Fraktion. Lukas Schöfer landete auf der ersten Nachrückerposition, Michaela Keinert sogar noch zwei Plätze dahinter. Damit ist Gabi Kapp nun die einzige Frau in den Reihen der CDU. Die UBL hat dagegen mit Heike Dehoust nun endlich wieder eine Frau in der Fraktion. Sie hat sich von Platz 10 nach vorne gekämpft, während die auf dem zweiten Platz angetretene Silke Buschulte-Ding mit rund 250 Stimmen Abstand den Einzug verpasste. Die SPD vollzog ihren ganz eigenen Generationswechsel: Mit Andreas Daners und Alexander Jakel schafften zwei Söhne bisheriger Gemeinderäte den Sprung an den Ratstisch. Allerdings sind die Sozialdemokraten nun eine rein männliche Truppe.

Birgit Jänicke verbessert Quote

Bei der Offenen Grünen Liste schaffte Annelie Heitz souverän den erneuten Einzug ins Rathaus, nachdem sie erst vor wenigen Monaten nachgerückt war. Mit Birgit Jänicke erhält sie zudem weibliche Unterstützung und bessert die Frauenquote in der OGL auf. Fraktionssprecher Thomas Hoffmann fällt von Platz zwei auf vier zurück, landet aber noch vor dem einstigen Bürgermeisterkandidaten Ulf Wacker. Bei der Linken schafften die beiden Spitzenkandidaten Edgar Wunder und Marion Miltz-Savidis den Einzug auf Anhieb – und erfüllen sofort die Frauenquote.