Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Klaus Merkle erläutert Pläne der Unabhängigen Bürgerliste (UBL-FDP/FWV) zur Kommunalwahl

UBL will sparen und aufschieben

Archivartikel

Für die Unabhängige Bürgerliste (UBL/FDP-FWV) in Edingen-Neckarhausen steht das Thema Finanzen ganz oben auf der Prioritätenliste zur Kommunalwahl. Das hat ihr Spitzenkandidat Klaus Merkle im Gespräch mit dem „MM“ deutlich gemacht.

Finanzen und Haushalt: „Wir wünschen uns eine solide und nachhaltige Finanzpolitik“, bekräftigt Merkle gleich zu Beginn des Gesprächs und erinnert daran, dass die UBL in diesem Jahr erstmals einen Haushalt abgelehnt hat. In zwei Jahren wäre die Gemeinde mit ihrer Verschuldung nahe der 30-Millionen-Grenze: „Das ist nicht vertretbar.“ Es dürfe keine übermäßige Verschuldung geben, „sonst haben noch Generationen nach uns daran zu knabbern“. Es sei deshalb wichtig, „darüber zu reden und in die Gänge zu kommen“. Den dicken Rotstift ansetzen will aber auch die UBL nicht: „Wir wollen nichts streichen, aber aufschieben.“

Bauen und Wohnen: „Wir stehen schon immer für eine behutsame Nachverdichtung und Randerschließung“, sagt Merkle zum Dauerbrenner Wohnungsbau. Dies wäre auch ein Kompromiss beim Mittelgewann gewesen: „Alles oder nichts war unvernünftig.“ Dieses Projekt müsse jetzt erst einmal ruhen: „Zwei Drittel waren beim Bürgerentscheid dagegen. Das ist ein klares Signal.“ Bezahlbarer Wohnraum für junge Familien sei der UBL ein großes Anliegen, aber nur realisierbar, wenn die Gemeinde Grund und Boden hat, so wie in Neckarhausen-Nord. Dieses Baugebiet müsse zügig vorangetrieben werden. Einen Verkauf im Bieterverfahren dürfe es nicht noch einmal geben. Viele Häuser im Ortskern würden nur von Einzelpersonen bewohnt oder stünden ganz leer. Sie müssten wieder stärker genutzt werden. „Wenn zuviel außen entwickelt wird, stirbt die Gemeinde innen aus“, nennt Merkle ein weiteres Problem.

Verkehr und Lärm: Die gerade erst beschlossene Fortschreibung des Lärmaktionsplans eröffne neue Chancen, die Verkehrssituation in der Gemeinde zu entschärfen. Dadurch seien auch neue Tempo-30-Abschnitte in der Hauptstraße ermöglicht worden. Die Aufteilung nach Tageszeiten sei jedoch ungeschickt. „Die neue Brücke nach Ladenburg bringt uns auch Lärm“, sieht der Spitzenkandidat ein weiteres Problem auf die Gemeinde zukommen: „Der Flüsterasphalt ist völlig unbefriedigend.“ Eine Tieferlegung der Trasse wäre besser, glaubt Merkle: „Da müssen wir versuchen, zu insistieren und besseren Lärmschutz zu bekommen.“

Mobilität: Auch der ruhende Verkehr werde immer mehr zum Problem, die Parksituation immer schwieriger. Für Fahrradfahrer müsse die Gemeinde noch attraktiver werden. Markierungen auf der Straße könnten sie besser schützen. „Das Fahrrad ist ein wunderbares Fortbewegungsmittel innerhalb des Ortes“, schwärmt Merkle. „Hier ist alles flach, ich fahre selbst viel Rad.“ Auch Menschen mit Rollator oder Elektrorollstuhl müssten sich sicherer fortbewegen können. Das Car-Sharing läuft, eine Next-Bike-Station wäre eine gute Ergänzung.

Natur und Klimaschutz: „Die Ökobilanz muss stimmen“, fordert Merkle. Die Gemeinde sollte eine Vorreiterrolle einnehmen, findet er: „Es wird schon einiges gemacht, aber es ist noch mehr möglich.“ Kommunale Einrichtungen müssten immer wieder überprüft werden, ob sie auf dem neuesten Stand sind. Die Biotopvernetzung will die UBL laut Merkle in Zusammenarbeit mit den Landwirten fortsetzen.

Bildung, Betreuung, Kultur: „Wir haben ein reges Vereinsleben im Ort. Aber das muss unterstützt werden“, betont Merkle. Es sei immer schwieriger, Leute fürs Ehrenamt zu gewinnen. Hier solle die Gemeinde Hilfestellung leisten. Der Anna-Bender-Saal müsste wieder stärker aktiviert werden, findet der UBL-Spitzenkandidat. Auch Turnhallenkapazitäten fehlten in der Gemeinde: „Aber da kommen wir wieder an unsere finanziellen Grenzen. Man muss Prioritäten setzen.“

Breitband: Die Gemeinde sei bei der Gründung des Zweckverbands Fibernet bei den ersten gewesen, jetzt müsse sie auch beim Ausbau der Breitbandversorgung ganz vorne mit dabei sein.