Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Rund 500 Besucher bei Eröffnung des ökologischen Vorzeigeprojektes

Viele kleine Fische finden Zuflucht in ihrer Kinderstube

30 Grad im Schatten, strahlend blauer Himmel, weiße Wolken und kein Tröpfchen Regen: Das Wetter hat es gestern bei der Einweihung der Fischkinderstube gut gemeint mit der Gemeinde Edingen-Neckarhausen und den rund 500 Gästen. Das war echtes Kaiserwetter.

„Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein“, sangen Kinder der Pestalozzischule Edingen, an der Gitarre begleitet von Rektorin Renate Wacker. Herzerfrischender Auftakt der Feier unter freiem Himmel, oder besser gesagt unter dem 200 Quadratmeter großen Sonnensegel, das als markanter Punkt die Sitzstufen aus Sandstein im grünen Klassenzimmer überspannt. „Ohne dieses Sonnensegel würde uns heute etwas fehlen“, sagte Bürgermeister Simon Michler angesichts der brütenden Sonne am Himmel und spielte damit auf Diskussionen über die 100 000 Euro teure Konstruktion an. Auch sonst erinnerte er an Hürden, die das Projekt in den vergangenen 13 Jahren immer wieder hatte nehmen müssen. Vor allem würdigte Michler die Hartnäckigkeit seines Vorgängers Roland Marsch, den er unter Beifall der Besucher als „Vater der Fischkinderstube“ bezeichnete. Er habe schnell die einmalige Chance erkannt, die in dem Projekt steckte.

„Einzigartiges Projekt“

Die einzigartige Maßnahme sei aber auch der großzügigen Spendenbereitschaft von Carl-Horst Brune und Traudl Engelhorn zu verdanken, die einen Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich zur Verfügung gestellt hätten: „Es ist toll, was sie geleistet haben.“ Zusammen mit drei Millionen Euro vom Land und rund 200 000 Euro von der Fischerei konnte so das 3,6 Millionen Euro teure Projekt finanziert werden.

Es sei ihm eine Ehre, an diesem Tag für das Land Baden-Württemberg sprechen zu dürfen, sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Uli Sckerl, der zugleich für seine Kollegen Julia Philippi (CDU) und Gerhard Kleinböck (SPD) redete. Edingen-Neckarhausen dürfe stolz sein auf dieses Projekt, das einen hohen ökologischen Stellenwert habe. Der Laichraum für die Fische sei notwendig, um die Artenvielfalt im Neckar zu erhalten.

„Als das Wort Fischkinderstube zum ersten Mal fiel, haben wir es noch belächelt“, erinnerte sich der Erste Landesbeamte Joachim Bauer, der im Namen des Rhein-Neckar-Kreises und von Landrat Stefan Dallinger sprach. Heute sei es ein Vorzeigeobjekt im Kreis und im Land.

Für den Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim erklärte dessen Geschäftsführer Martin Müller, die Fischkinderstube sei die größte von 15 Maßnahmen im Rahmen des Projektes „Lebendiger Neckar“. Oft habe das Vorhaben am seidenen Faden gehangen, aber letztlich habe sich der Optimismus durchgesetzt.

Passend dazu sangen die Kinder der Graf-von-Oberndorff-Schule das Kinderlied von den fünf kleinen Fischen, die allerdings bei ihnen nicht im Meer, sondern im Neckar schwammen und schließlich in der neuen Kinderstube Zuflucht vor dem gefräßigen Hecht fanden.

Info: Weitere Infos und Fotos unter: www.morgenweb.de/Edingen