Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Bürgermeister Simon Michler verabschiedet ausscheidende Räte

Vieles für die Gemeinde bewegt

Archivartikel

Insgesamt sieben Gemeinderäte von Edingen-Neckarhausen gehören dem Gremium künftig nicht mehr an. „Zum Teil freiwillig, zum Teil unfreiwillig“, sagte Bürgermeister Simon Michler bei deren Verabschiedung in der letzten Sitzung des alten Rates. „Es ist viel bewegt worden in fünf Jahren, und wir haben viel auf den Weg gebracht“, bilanzierte er. Beispielhaft nannte er etwa die Fischkinderstube und die „Mammutaufgabe“ der Unterbringung von Flüchtlingen: „Das ist uns durch die Wohnanlage am Nussbaum gut gelungen.“ Die scheidenden Mitglieder hätten vieles für die Gemeinde geleistet, betonte Michler.

Der Alterspräsident Gerd Brecht hatte sich für die Sitzung entschuldigt. „Er wurde vor 35 Jahren erstmals gewählt“, blickte Michler zurück und bemerkte, Brecht habe mit drei Bürgermeistern zusammengearbeitet und „extrem viele Entscheidungen mitgefasst“. Wie Brecht wollte auch Irene Daners nicht mehr weitermachen. „Das ist ihr gutes Recht“, betonte der Bürgermeister und attestierte ihr ein vielfältiges Engagement und eine beeindruckende Arbeit, im Rat wie in Vereinen. In 17 Jahren habe auch Wolfgang Jakel Großes geleistet und sich für viele Vereine eingesetzt, sagte Michler in seiner Laudatio.

Verständnis zeigte Michler auch für den Entschluss von Hans Stahl, nach 16 Jahren nicht mehr zu kandidieren. Seit 2008 sei er Fraktionsvorsitzender der UBL, aber schon als ganz junger Mann politisch aktiv gewesen. „Er war mir ein sehr guter Stellvertreter in der Neckargruppe“, betonte der Bürgermeister: „Er ist ein Mann der klaren Worte, der ein extrem gutes politisches Gespür hat.“ Seine Prognose zum Bürgerentscheid Mittelgewann sei am Ende eingetreten.

Michaela Keinert war fünf Jahre lang im Gemeinderat. „Es ist schön, wenn man Frauen im Rat hat“, bemerkte der Bürgermeister. Keinert habe ein achtbares Ergebnis bei der Wahl erzielt und sei einer der ersten Nachrücker. Auch Lukas Schöfer habe den erneuten Einzug in den Rat ganz knapp verpasst. Stimmenmäßig sei er zwar unter den Top 15 gelandet, doch wegen des Wahlsystems habe das nicht gereicht. „Sie haben frischen Wind und viel Fachwissen in das Gremium gebracht“, attestierte Michler dem ausscheidenden Mitglied.

„Sie werden uns fehlen mit Ihrem Fachwissen“, sagte der Bürgermeister zu Eberhard Wolff. Er habe erneut ein vierstelliges Ergebnis erzielt, aber es habe leider nicht mehr gereicht, stellte Michler fest. Mit seinen Erfahrungen als Schulleiter sei er für das Gremium nützlich gewesen, als stellvertretender Fraktionsvorsitzender habe er oft nachgehakt. „Extrem engagiert“ sei er rund um die Problematik mit TFA im Grundwasser gewesen.

Zum letzten Mal ergriff Irene Daners am Ende der Sitzung als Gemeinderätin das Wort. Nach fünf Wahlperioden warnte sie ihre Ratskollegen vor „kostenträchtigen Verzögerungen“ und legte ihnen ans Herz, umsichtig zu agieren. Daners zitierte aus einem Leserbrief ihres Mannes an den „MM“ kurz vor ihrer Wahl in den Rat. Darin sei im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan Wingertsäcker von einem „Bauerntheater“ die Rede gewesen. Daners wünschte sich unter Anspielung darauf „hoffentlich interessanteres Laientheater in der neuen Spielzeit“.

Ihren Kollegen, der Verwaltung und den Bürgermeistern Marsch und Michler dankte sie für deren Langmut: „Ein bisschen nervig war ich ja schon.“ Schließlich gab sie den künftigen Ratsmitgliedern mit auf den Weg: „Ich empfehle den Besuch der Nachsitzungen, das entspannt ungemein.“