Edingen-Neckarhausen

Edingen Hundesportverein hat rund 100 Aktive in seinen Reihen / Fusion mit Bruderverein in Neckarhausen angestrebt / Samstag und Sonntag Agility-Turnier

Vom alten Bahnwaggon auf neue Gleise

Mit einem ausrangierten Bahnwaggon als Notunterkunft und einem Übungsgelände auf der Neckarwiese hat alles angefangen. Damals, im Jahr 1954, hieß der heutige Hundesportverein (HSV) Edingen noch „Verein für deutsche Schäferhunde“. 17 Hundeführer übten ausschließlich Schutzhundesport aus. Das erste Clubhaus, eine alte Bretterbude, stand ab 1958, mitten auf der Straßenkreuzung am jetzigen Vereinsheim.

Der Trainingsplatz war zu jener Zeit nur etwa halb so groß wie der heutige. Aber damals herrschte „An der alten Nachtweide“ rings ums Vereinsgelände auch noch kein Platzmangel, wie die aktuelle Vereinsführung etwas wehmütig feststellt. Das in den 1980er Jahren von den Mitgliedern erbaute Vereinsheim und der 2002 erstellte Jugend- und Schulungsraum werden intensiv genutzt, wie der Vorstand betont. Denn das Angebot der Lehrgänge wurde deutlich erweitert, die Mitgliederzahlen sind kontinuierlich gestiegen.

„Wir sind mit unseren über 250 Mitgliedern, mit rund 100 Aktiven und vielen Jugendlichen bestens in der Gemeinde etabliert“, freut sich Vorsitzender Jürgen Thoma über den „lebendigen Verein“ und zeigt sich „richtig stolz“.

„Neben zahlreichen Preisträgern von Turnieren und Meisterschaften im In- und Ausland hat der Verein auch eine Weltmeisterin in seinen Reihen“, stößt Ehrenvorsitzender Klaus-Dieter Immerz ins gleiche Horn. Christina Bergholdt gewann 2014 in Luxemburg mit dem Team der Deutschen Nationalmannschaft die Goldmedaille und holte im Einzelwettbewerb Bronze im Agility.

Familienhunde sind das Ziel

In all den Jahren hat sich der Hundesport weiterentwickelt, wurden neue Sparten kreiert. Vor allem durch fehlendes Wissen der Halter komme es oft zu Problemen im Umgang mit den Hunden, wissen die Verantwortlichen. Genau da setzt die Erziehung im Verein an, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. „Das Ziel ist der sozialisierte Familienhund“, erklärt Immerz im Gespräch. Für neue Hundebesitzer und deren Welpen oder Junghunde werden mehrwöchige Lehrgänge als „erste Schritte“ und darauf aufbauend ein Basis- Training angeboten. Wer danach weiter erfolgreich Hundesport betreiben möchte, kann es mit den Leistungssparten Obedience (Gehorsam), Mantrailing (Personensuche), Internationale Gebrauchshundeprüfung (IGP, Schutzdienst, Fährtensuche und Unterordnung), Agility (Kooperation) oder Turnierhundesport versuchen. Gute Beziehungen unterhalten die Edinger zu ihren Kollegen vom „Verein für Hundesport“ in Neckarhausen mit dem Vorsitzenden Richard Strauß. Gemeinsam haben sie 2016 und 2017 die Deutschen Meisterschaften in der Fährtensuche auf heimischen Terrain bewältigt und dafür viel Anerkennung erfahren. Eine Zusammenarbeit, die schon bald in eine Fusion münden könnte. Der dadurch entstehende Verein würde über 400 Mitglieder zählen. Doch dafür benötigen die Hundesportler mehr Platz. „Für umfangreiche Trainingseinheiten und größere Veranstaltungen ist der Platz jetzt schon zu klein“, betonen die Vorstände. Sie hoffen auf eine baldige Entscheidung aus dem Rathaus. und auf entsprechenden Ablösesummen für die vorhandenen Vereinsheime, damit sie im Gewerbegebiet „In den Milben“ ein neues Domizil schaffen können.

Die Lage des Edinger Areals, heute inmitten des entstandenen Gewerbegebietes gelegen, sei längst nicht mehr optimal. „Undenkbar für zwei Vereine“, da sind sich Thoma und Immerz aus Edingen und Richard Strauß aus Neckarhausen einig. Dorn im Auge ist zudem die aktuelle Parkplatzsituation rings um das Vereinsgelände. Auch so gesehen könnte durch einen Umzug alles nur besser werden. Doch jetzt geht es erst mal ans Agility-Turnier. Das findet heute und morgen auf der alten Anlage in der Drechslerstraße 3 statt.

Info: Homepage: www.hsv-edingen.de

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