Edingen-Neckarhausen

Vorbildliche Beteiligung

Anja Görlitz über den Kompromissvorschlag aus dem Rathaus

 

Das letzte Wort ist zwar längst nicht gesprochen, aber so viel steht fest: Die Verwaltung hat ihre Hausaufgaben gemacht. Zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans liegt jetzt auf dem Tisch, was man einen klassischen Kompromiss nennt. Wo der neue Plan des Nachbarschaftsverbands Entwicklungsflächen für Edingen-Neckarhausen aufweisen könnte, das haben sich Bürgermeister Simon Michler und seine Mitarbeiter im Rathaus nicht am grünen Tisch ausgedacht. Sie haben stattdessen viel von dem aufgegriffen, was 254 Bürger in ihren 77 Stellungnahmen an den Nachbarschaftsverband zum Ausdruck gebracht haben. Das ist eine vorbildliche Art der Bürgerbeteiligung.

Dass nicht jeder Wunsch eines jeden Einzelnen berücksichtigt werden kann, liegt in der Natur der Sache. Wo neue Häuser im Außenbereich entstehen, fällt Grünfläche oder Ackerland weg. Doch ohne ausreichend Wohnraum läuft die Gemeinde Gefahr, dass Bürger abwandern. Alle gleichermaßen glücklich zu machen, kann nicht gelingen. Hier ist zu- und abgeben für die gemeinsame Schnittmenge gefragt.

Die Verwaltung hat dafür mit ihrem Vorschlag den Weg geebnet. Jetzt ist der Gemeinderat am Zug, sich konstruktiv zu verständigen: Wenn nicht auf diesen, dann auf einen vergleichbaren Kompromiss, der den Bürgerwünschen möglichst nahe kommt. Das schafft schließlich auch die nötige Akzeptanz, wenn die potenziellen Flächen eines Tages tatsächlich bebaut werden sollten. Diskutiert, vertieft, geprüft – und vielleicht auch abermals verworfen – werden muss zwar auch dann noch eine Menge. Zu Recht. Aber zumindest Bruchlandungen à la Mittelgewann lassen sich vermeiden, wenn die grobe Richtung schon mal klar ist.