Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen UBL lädt zu Gespräch ein, Michler sucht Lösung

Weiter große Sorge um das Markthaus

Archivartikel

Ist das Markthaus in Neckarhausen noch zu retten? Diese bange Frage stellen sich derzeit viele, vor allem ältere und nicht mobile Einwohner des Ortsteils. „Unser Ziel ist es, ein Lebensmittelgeschäft im Ortskern zu erhalten“, betont Bürgermeister Simon Michler und versichert: „Wir sind mit allen Beteiligten regelmäßig in Kontakt.“

Wie mehrfach berichtet, befindet sich das Mannheimer Markthaus im Insolvenzverfahren. Davon betroffen sind auch dessen Lebensmittelgeschäfte in der Region. Ob und wie es mit ihnen weiter gehen kann, ist zurzeit noch nicht klar. Das gilt besonders für die nur rund 140 Quadratmeter große und damit besonders kleine Filiale in der Neckarhäuser Hauptstraße.

Der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Thomas Oberle (Kanzlei Schilling Zutt Anschütz), ist nach eigenen Worten „angetreten, das Unternehmen zu erhalten, nicht abzuwickeln – zugunsten der Mitarbeiter und Kunden“. Dass die Voraussetzungen dafür gegeben seien, das zeige schon die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Sein Ziel sei, dies bis Jahresende abzuschließen. Bis dahin laufe der Geschäftsbetrieb in jedem Fall weiter.

Ob und wie es danach in Neckarhausen weitergeht, ist völlig offen. Denn für die stabile respektive rentable Betreibung dieser von Rewe belieferten Märkte wird heute eine Mindestverkaufsfläche von 300 bis 400 Quadratmetern angesetzt, wie die örtliche Unabhängige Bürgerliste von FDP und FWV (UBL) in einer Pressemitteilung schreibt. Für die Neckarhäuser sei dieses Geschäft „eine attraktive, da auch preisgünstige Einkaufsmöglichkeit mitten im Ort“ und für viele ältere und mobilitätseingeschränkte Mitbürger die einzige. Überdies beschäftige „Markthaus“ zum beträchtlichen Teil Menschen mit Behinderung. Somit müsse auch die Gemeinde ein großes Interesse am Erhalt dieser Markthaus-Filiale haben, oder gegebenenfalls an deren Fortführung durch einen Nachfolger.

„Wir wollen, dass es weitergeht“, unterstreicht auch Bürgermeister Simon Michler und ergänzt: „Derzeit loten wir aus, was gehen könnte.“ Möglichst im November will er der Öffentlichkeit eine Lösung präsentieren.

Ortstermin am Dienstag

Wie die Chancen für den Erhalt stehen, welche Möglichkeiten zur Vermittlung und Unterstützung es auf kommunaler Seite gibt, und inwieweit sich allein schon durch das Einkaufsverhalten der Einwohner die Rahmenbedingungen für diesen Standort verbessern lassen, darüber will die UBL am Dienstag, 22. Oktober, bei einem Vor-Ort-Termin direkt im Markthaus, Hauptstraße 415, mit dessen Leiter Roger Zimmermann, seinem Mitarbeiter-Team sowie mit interessierten Bürgern sprechen.

Treffpunkt ist um 17.30 Uhr, „also bewusst noch während der Öffnungszeit“, wie die UBL in ihrer Einladung schreibt. An diesem Treffen will nach Möglichkeit auch Bürgermeister Simon Michler teilnehmen – sofern er es rechtzeitig aus dem in Schönau tagenden Kreistag dorthin schafft.

Zum Thema