Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Jazz-Frühschoppen mit dem Ensemble Ship im Garten der Lutherkirche / Rund 40 Zuhörer trotzen dem Regen

Weniger Besucher, aber gute Stimmung

„Raindrops Keep Fallin’ On My Head“: Diesen Klassiker der Musikgeschichte, geschrieben im Jahre 1969, hätte man am vergangenen Wochenende getrost auch als Motto des Jazzfrühschoppens übernehmen können, zu dem der Förderverein Chormusik der evangelischen Kirchengemeinde Neckarhausen eingeladen hatte. Denn der Herbstanfang zeigte sich – im Gegensatz zum Vorjahr – von seiner unfreundlichen Seite. Dem Wetter zum Trotz fanden sich nach dem sonntäglichen Kirchgang etliche Gemeindemitglieder sowie Gäste im Garten der Lutherkirche ein.

Insgesamt nutzten etwa 40 Jazzfreunde mit dem ebenfalls anwesenden Pfarrer Andreas Pollack die Gelegenheit, der Formation Ship zu lauschen. Christiane Strasser (Gesang), Michael Gößler (Saxofon), Matthias Coenen (Gitarre), Ian Lam (Bass) und Nic Schmidt (Schlagzeug) in Vertretung von Sebastian Grimm unterhielten die Besucher unter anderem mit „Contemporary Jazz“, also mit zeitgenössischer Jazzmusik. Doch ihr Repertoire umfasst viele Facetten von Jazz bis Blues und Latinmusik. Hinzu kommen eigene Kompositionen von Matthias Coenen. Das Konzert begann deshalb absolut passend mit der Eigenkomposition „Bessere Zeiten“. Christiane Strasser stieg beim dritten Lied „Like someone in Love“ mit Gesang ein.

Den Abschluss der insgesamt drei Sets, unterbrochen nur von zwei unüblich kurzen Pausen in diesem Metier, machten die Jazz-Standards „Fly me to the moon“ und „Softly as in a morning sunrise“. Sängerin Strasser, verheiratet mit dem Saxofonisten und Fördervereinsmitglied Michael Gößler, kommt allerdings nur gelegentlich zur Band dazu, leistete aber diesmal aktive Nachbarschaftshilfe. Die Musiker kommen aus Neckarhausen, Ilvesheim, Wilhelmsfeld und Oftersheim. Seit 2015 musizieren sie zusammen. Lebhafter Beifall belohnte die Band für ihre Songs. Atmosphäre gut – alles gut.

Weißwurst, Cocktails und mehr

Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. In den bereits am Freitag mit Hilfe von überwiegend „Frauenpower“ aufgebauten Zelten schmeckten die leckeren Speisen und diversen Getränke zum Frühschoppen, witterungsgeschützt, doppelt gut. Waren doch Weißwürste und Wiener wieder heiß begehrt. „Weißworscht un Brezel gehe halt immer“, stellten die fünf fleißigen Helferinnen hinter der Essenstheke fest. Sabine Pfeil und Ingrid Baader schenkten dazu leckere Tröpfchen an der Sektbar aus.

Bei der unterhaltsamen, atmosphärischen Musik von Ship und dem süffigen „Singkreis Cocktail“ mit Sekt, Grenadine und gefrorenen Himbeeren störten auch die Regentropfen nicht mehr übermäßig.

Seinen Dank richtete der Vorsitzende des Fördervereins, Bernhard Bader, an die Formation um Bandleader Matthias Coenen für die großartige Darbietung und an alle Helfer. Wetterbedingt war Bader mit dem Zuspruch freilich nicht ganz zufrieden. „Diese Band hätte mehr Zuhörer verdient“, bedauerte er, dass die Besucherzahl hinter der des Vorjahres zurückblieb. „Hauptsache wir legen nicht drauf“, meinte Baader jedoch und stellte bereits den nächsten Jazz- Frühschoppen 2020 in Aussicht. Er erinnerte dabei auch an den allerersten Frühschoppen. „Das war im Mai vor sieben Jahren, und es regnete in Strömen. Weitere Veranstaltungen dieser Art wurden da schon in Frage gestellt“, erzählte er. Der Eintritt war auch dieses Jahr wie immer frei, Spenden wurden dennoch am Ausgang dankend angenommen.

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