Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Lesung zum Advent in der Lutherkirche

Wenn Mazura erzählt, dann lauschen alle

Wenn Franz Mazura Geschichten und Gedichte zum Advent vorträgt, dann strömen die Besucher. In der weihnachtlich festlich geschmückten Lutherkirche Neckarhausen fand die Benefizveranstaltung bereits zum wiederholten Male statt und ist mittlerweile zu einer lieb gewonnenen Tradition geworden.

Die Vorsitzende des Stiftungsrates Stiftung Zukunft Lutherkirche Ingeborg Schiele begrüßte die Gäste und natürlich den Vortragenden Franz Mazura. Er war ein gefragter Schauspieler, dem Worte und Sprache immer sehr wichtig waren. Zudem hat er als Kammersänger auf so ziemlich allen bedeutenden Bühnen gestanden, darunter die Mailänder Scala oder die Berliner Staatsoper. Obwohl er mit unzähligen Preisen ausgezeichnet worden ist, ist er immer ein bescheidener und bodenständiger Mensch geblieben.

Geschichten zum Nachdenken

Der dunkle November liegt hinter uns, und Franz Mazura wollte die Kirchengemeinde mit seinen Geschichten und Gedichten, die teilweise heiter, aber auch traurig und immer zum Nachdenken anregen, auf die helle Zeit des Advents einstimmen. Zuvor jedoch trugen die beiden Schwestern Klara und Martha Walendy das Lied „Walking in the Air“ vor und bezauberten mit ihren Stimmen das Publikum. Dabei wurden sie von Wieland Bosse am Flügel begleitet.

Wenn Franz Mazura Adventsgeschichten vorliest, dann ist das mehr als nur vorlesen. Er zelebriert die Geschichten regelrecht. Seine Stimme ist mal leise, dann lauter, gefühlsbetont und immer passend zu der Erzählung, die er gerade vorträgt. Er macht gezielte Pausen und lässt die Worte bei den Zuhörern wirken. Seine Mimik und seine Hände sprechen dazu Bände, ob bewusst oder unbewusst.

Franz Mazura lebt die Geschichten, die er vorträgt. In der Kirche ist es absolut still und seine einzelnen Lesungen werden auch nicht durch Applaus unterbrochen. Nicht, dass er diesen nicht verdient hätte, aber der Beifall, den sich das Publikum für den Schluss aufsparte, hätte die stimmungsvolle Spannung nur unterbrochen.

Apfelsaft und Lebkuchen

Als er die Geschichte „das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Hans Christian Andersen vorliest, kann man regelrecht die Kälte spüren, in der das Mädchen sich befindet, aber ebenso die Freude und das Leuchten in ihren Augen, als sie Dank der Schwefelhölzer einen Weihnachtsbaum, einen Gänsebraten aber vor allem ihre Großmutter sieht. Den ersten Teil der Lesung beendete Fridolin Bosse mit zwei Weihnachtsliedern, die er mit seiner einzigartigen Stimme vortrug.

Bevor die Veranstaltung für eine kurze Pause unterbrochen wurde, meldete sich noch einmal Ingeborg Schiele zu Wort und lud alle Gäste ein, sich an dem bereitstehenden heißen Apfelsaft und den Lebkuchen zu bedienen, um sich auch kulinarisch auf den Advent vorzubereiten. In der Pause und auch noch nach Abschluss der Lesung hatten die Besucher zudem noch die Möglichkeit, Gestecke und Türkränze, die von dem Frauenkreis gebastelt worden waren, zu erwerben.

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