Edingen-Neckarhausen

Neckar-Bergstraße Sieben Damen betreuen das Gemeindemuseum Edingen-Neckarhausen / Serie „Heimat im Museum“ (Teil 3)

„Wundervolle Teamarbeit – wir haben immer Spaß“

Aus sieben Damen besteht der „harte Kern“ der Interessengemeinschaft Gemeindemuseum Edingen-Neckarhausen. Margot Friedrich und Evi Betzwieser sind seit der Gründung im Jahr 1995 dabei, zuletzt kam 2014 Elisabeth Niemann dazu.

Ganz am Anfang stand eine Besichtigung des Schloss-Speichers durch Jürgen Wolff im Januar 1994. Was er dort sah, ließ bei ihm die Alarmglocken schrillen: Viele alte Dinge, darunter die Gemälde von Michael Koch, lagen verstaubt und teilweise feucht herum. Der damalige Bürgermeister Roland Marsch erkannte den Handlungsbedarf. Er wandte sich an die Öffentlichkeit, forderte Freiwillige zur Mitarbeit auf. So entstand die Interessengemeinschaft und zwei Jahre darauf der Förderverein Gemeindemuseum, der die Arbeit der Ehrenamtlichen finanziell und ideell unterstützt.

Die Liste des seither Geleisteten ist beeindruckend: Die Aktiven haben etwa zehn große Ausstellungen gestemmt und die Dauerschau über die Grafen von Oberndorff zusammengestellt. „Man braucht über ein Jahr für eine Ausstellung“, merkt Evi Betzwieser an. „Eher zwei“, meint Dr. Elke Kurtzer.

Ein Team von sieben Ehrenamtlichen erscheint relativ klein für solche Großaufgaben. „Wir haben immer Spaß gehabt, da war es egal, wie lange es dauert“, sagt Margot Friedrich dazu. Von „wundervoller Teamarbeit“ spricht Evi Betzwieser. Die anderen nicken. „Es ist noch nie etwas gefloppt“, bestätigt Dietrich Herold, der Vorsitzende des Fördervereins.

Das hat seinen Preis: Jeden Mittwoch treffen sich die Aktiven von etwa 9 bis 12 Uhr, um Anstehendes zu beraten. Dazu kommt die Recherchearbeit am heimischen Computer, denn Gegenstände müssen identifiziert werden und alle Beschriftungen stimmen. Mehrmals im Jahr trifft man sich zu Besprechungen am Runden Tisch mit Bürgermeister, Ortsarchivar, Verwaltung und Förderverein, die der Abstimmung dienen. Und natürlich die immense Arbeit für jede Ausstellung.

Erstaunte Bürgermeister

Schon viele haben über das Geleistete erstaunt. Dazu erzählt Margot Friedrich eine Geschichte: „Während der Vorbereitung einer Ausstellung ging die Tür auf, und ein ganzer Schwung Männer kam herein. Es hat sich herausgestellt, dass es die Bürgermeister der Region waren, die Bürgermeister Marsch hergebracht hatte. Die konnten es kaum fassen, dass all das, was sie sahen, ehrenamtlich geschah.“

Ganz allein muss der „harte Kern“ aber nun doch nicht zurechtkommen. „Die Herren Ehemänner stehen bereit, wenn Hilfe benötigt wird“, ergänzt Dietrich Herold. Und bei Transporten springt auch mal der Bauhof ein.

Also alles super? Nicht ganz. „Unser Problem ist es, Aufsichtspersonen zu finden“, räumt Evi Betzwieser ein. „Es gibt Leute, die sagen da nie nein. Aber ihr Kreis wird aus Altersgründen immer kleiner. Wenn wir an einem Sonntag geöffnet haben, fange ich am Montag zuvor mit dem Telefonieren an.“ Dietrich Herold: „Wir haben Info-Veranstaltungen zur Nachwuchsgewinnung gemacht, was aber bisher nicht viel gebracht hat.“

Der Förderverein dagegen ist auf bisher 200 Mitglieder angewachsen. Eine „Schicht“ beim Aufsichtsdienst dauert übrigens lediglich zwei Stunden. Interessenten werden gebeten, sich bei Evi Betzwieser (Telefon 06203/2184) zu melden.

Dass keine Jüngeren kommen, kann Margot Friedrich nachvollziehen: „Die sind voll im Beruf, haben Kinder. Deshalb haben alle Vereine Probleme, Jüngere zu kriegen. Aber das Interesse könnte später noch kommen.“ Auch Dietrich Herold setzt auf das Prinzip Hoffnung: „Als Rentner hat man Zeit dazu.“