Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Fanbus-Begleiter und Arena-Guide der TSG Hoffenheim hat mehr als 400 Fußballtrikots gesammelt / Ausstellung ab 22. September im Schloss

Zachler zeigt Stoffe der Leidenschaft

„Fußball ist unser Leben“ war der Hit, den das deutsche Nationalteam im Vorfeld zur Weltmeisterschaft 1974 eingesungen hatte. Dieser Song könnte auch sinnbildlich für Thomas Zachler aus Edingen-Neckarhausen stehen. Bei der TSG 1899 Hoffenheim seit vielen Jahren in der Fanbetreuung als Volunteer involviert, beschäftigt sich in seiner Freizeit – von der Kommunalpolitik in Kreistag und Gemeinderat abgesehen – fast ausschließlich mit dem Fußball und den Kickern im Stadion.

Der 58-jährige, Vater dreier erwachsener Kinder, und seine ganze Familie sind fußballverrückt – im positiven Sinne. Doch Zachler, im Hauptberuf als Oberkommissar beim Polizeipräsidium Mannheim in der Verkehrsprävention (Jugendverkehrsschule) tätig, hat eine ganz besondere Leidenschaft. „Die einen sammeln Briefmarken, die anderen Münzen. Ich sammle Spielertrikots. Das ist mehr als ein Stück Stoff, denn da steckt stets auch eine Geschichte drin“, erzählt Zachler, der zudem über 100 Fan-Schals sein eigen nennt.

Zuhause in seinem Trophäenzimmer hat der Jäger und Sammler nicht weniger als 400 verschiedene Fußballtrikots – darunter aktuell 130 Shirts von Hoffenheim-Spielern – fein säuberlich aufgereiht. Damit besitzt er eine der größten Trikotsammlungen Deutschlands. „Ich bin in dieser Disziplin nicht Spitzenreiter im Land, belege jedoch einen guten Mittelfeldplatz“, sagt Zachler lachend.

Alles begann bereits im Jahre 1979, als er bei einem London-Trip die ersten Shirts vom FC Chelsea und FC Arsenal mitbrachte. „Danach war bei jeder Europapokal- oder Auslandsreise das Trikot einer besonderen Mannschaft fällig“, berichtet Zachler, der jedoch auch Shirts von Bekannten aus deren Urlaubsreisen erhielt oder doppelte Trikots tauschte. Ein ganz besonderer Deal ging vor etlichen Jahren über die Bühne: „Ich tauschte einen Original-Eishockey-Schläger des MERC-Meisterspielers Roy Roedger gegen das WM-Trikot des iranischen Fußball-Nationalspielers und Bayern-Kickers Ali Daei aus dem Jahre 2006, als die Weltmeisterschaft in Deutschland stattfand.“

Raritäten im Regal

Auch mit besonderen Stoffteilen aus Manchester oder Glasgow kann „Weltenbummler“ Zachler punkten. „Zum 100-jährigen Jubiläum des schottischen Traditionsvereins Celic Glasgow habe ich mir dort ein Trikot gekauft. Die Besonderheit liegt darin, dass nicht das Kleeblatt, sondern ein Keltenkreuz das Wappenschild ziert.“

Zu vielen seiner Schmuckstücke und Schals kann Zachler eine kleine Story erzählen, vor allem Anekdoten zu seinem Lieblingsverein, der TSG Hoffenheim. „Das Trikot des ghanaischen Nationalspielers und früheren Hoffenheim-Spielers Isaac Vorsah bekam ich seinerzeit von Stadionsprecher Mike Diehl.“ Ein Shirt, das Matthias Sammer in seiner Zeit bei Inter Mailand trug, erhielt er von Sky-Reporter Klaus Veltmann. Wenn ein Hoffenheim-Trikot, oftmals auch mit einem Autogramm versehen, den Besitzer wechselt, ist Zachler selig. Das älteste Stück stammt nach seinen Angaben noch aus Regionalliga-Zeiten. Die Neuesten sind sogenannte Matchworn-Trikots aus den Europa- oder Champions-League-Spielen. „Alle haben die Original-Ärmelabzeichen“, fügt er an. Kaufen kann man ein solches Trikot nicht.

Es gibt natürlich viele Lieblingstrikots, doch ein Hemd ist für den leidenschaftlichen Sammler von ganz besonderem, ideellen Wert: „Niklas Süle hat mir ein Trikot geschenkt, das er nur einmal im Spiel gegen den VFB Stuttgart getragen hat.“ Jetzt hat das verschwitzte Stück Stoff des Nationalspielers und FC Bayern-Akteurs einen Ehrenplatz in Zachlers Sammlung. Auch Unikate wie ein Trikot von Andre Kramaric („Das ist für dich!“) oder eines vom damaligen „Aufstiegshelden“ Vedad Ibisevic sind für Zachler tolle Erinnerungsstücke. „Vedad hat nach seinem letzten Hoffe-Spiel vor Jahren in Bielefeld etliche Trikots an mitgereiste Fans verschenkt. Ich habe ein rotes Teil abbekommen.“ Spieler kommen, Spieler gehen – doch der mit dem Hoffe-Virus infizierte Thomas Zachler bleibt immer da. „Mein Hobby ist doch harmlos. Ich sammle Trikots und tue keinem weh. Ein schönes Steckenpferd, wie ich finde!“

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