Edingen-Neckarhausen

Edingen Kampagneneröffnung der Fasnachter / Hoheiten Verena I. und Marcel II. sind auch privat ein Paar

Zwei Seckenheimer stehen an der Spitze der Kälble-Narren

Die Fastnacht in Edingen hat ihre Fans - auch über den Ortsteil hinaus. Und ob sie sich nun um den närrischen Chefposten "beworben" haben oder "entliehen" wurden, am Ende zählt nur eins: Man hat sich gesucht und gefunden. Mit Verena I. und Marcel II. "von Büro und Bühne" regieren zwei aus Seckenheim die Edinger Narren. Nicht nur auf dem närrischen Parkett, auch privat sind die beiden ein Paar.

Noch fehlt die Übung

Mit dreifach donnernden Kälble-Ahois stürmten die Narren in den Saal des Schützenhauses. "Die Ahoi-Rufe müssen wir im Laufe des Abends weiter üben, das geht noch besser", stellte Kälble-Vorsitzender und Sitzungspräsident Stefan Specht fest.

Nach der Begrüßung der Besucher eroberte als erstes die Jugendgarde mit einem flotten Marschtanz die Bühne. Ebenso auf Zack war die Juniorengarde. "Gardetanz ist richtiger Sport, da kommt man schon mal außer Atem", stellte der Kälble-Chef fest. Während die einen in die neue Kampagne starteten, nahte für die bisherige Prinzessin, Michaela I. "aus närrischem Hause" alias Michaela Karl die Stunde des Abschieds. "Was soll ich sagen, die Zeit ist vorbei, aber wir bleiben verbunden. Vielleicht übernimmt ja eines Tages deine tanzende Tochter die Regentschaft", versüßte Specht ein wenig den Abschiedsschmerz. "Eine einmalige Erfahrung, eine tolle Zeit", resümierte Michaela Karl.

Bevor es in die kurze Pause ging, ehrte Specht langjährige und verdiente Mitglieder. Seit elf Jahren sind Markus und Martina Wenz, Bernhard Unterkircher und Tobias Schroth dabei, seit 22 Jahren halten Sabine Mülbert und Rüdiger Ihrig den Karnevalisten die Treue. "Ihr habt Euch um die Kälble verdient gemacht, mit Fleiß und Arbeitskraft. Ihr seid immer da, wenn ihr gebraucht werdet", dankte der Kälble-Chef den Geehrten.

Zuvor wurden Mina Wünsch und Lorena Krüger geehrt, die seit sieben Jahren in den Garden mittanzen. Als neuer Senator wurde schließlich noch Rainer Faulhaber begrüßt.

St. Martin auf dem Papp-Pferd

"Ich glaub' es geht schon wieder los", hieß es zwischendurch als musikalischer Pausenfüller. Und der Song war praktisch Programm. Doch bevor man sich dem Höhepunkt des Abends mit der Proklamation des neuen Prinzenpaars näherte, wurde erst einmal der Jahresorden vorgestellt. Dazu zog eine Schar Laternenträgerinnen in den Saal ein, und St. Martin kam auf seinem Papp-Pferd angeritten.

Elferrätin Katrin Oppek gab den heiligen Martin mit Schwert, Mantel, Helm und toller Pantomime. Dass St. Martin bei den Kälble hereinschneite, hatte einen einfachen Grund. Die Karnevalisten ließen vor 55 Jahren den schönen Brauch des Martinsumzugs in Edingen wieder aufleben. Ordensgestalterin Bettina Schroth hatte dazu das von ihrem Vater Georg Mildenberger entworfene Original-Standbild mit dem Heiligen digitalisiert und übertragen.

Die Ehre, den neuen Jahresorden unters Narrenvolk zu bringen, blieb natürlich dem Prinzenpaar vorbehalten. Der Vorhang ging auf, und heraus traten Verena I. und Marcel II. "von Büro und Bühne." Sie in einer traumhaften Robe in Nachtblau, er mit den obligatorischen Fasanenfedern als royalem Status-Symbol an seiner Narrenkappe. "Unser Amt möchten wir mit Stolz und Anmut tragen", verkündeten die beiden ihr Motto.

Marcel Hahl und Verena Heinrich heißen die Regenten mit bürgerlichem Namen. Sie ist von Beruf Bürokauffrau, er Bühnen-Bauer, was den adligen Titel von "Büro und Bühne" ergibt. Der Prinz ist in Sachen Fastnacht schon geübt. Seit drei Jahren zählt er bei den Seckenheimer Zabbe zu den Elferräten. Eine stattliche Zabbe-Abordnung mit deren Prinzenpaar an der Spitze war auch zur Amtseinführung nach Edingen gekommen.