Eintracht Frankfurt

Fußball Frankfurts Trainer Adi Hütter denkt daran, den Pokalhelden gegen Hannover in die Startelf zu setzen

Ante Rebic „ein heißes Thema“

Archivartikel

Frankfurt.Trainer Adi Hütter sprach Klartext. „Man muss da nicht um den heißen Brei herumreden: Nach dem Spiel in Mönchengladbach haben wir eine schwere Situation, wenn man nach fünf Spieltagen nur vier Punkte geholt hat“, sagte der 48-jährige Österreicher vor dem Fußball-Bundesligaspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Hannover 96 verblüffend ehrlich. „Wir stehen unter Druck, weil wir uns in diese Situation gebracht haben.“

Nach dem 1:3 bei den Gladbachern fielen die Hessen auf den 15. Platz und stehen direkt vor den Niedersachsen. „Wir haben ein sehr wichtiges Spiel vor der Brust. Klar ist, dass wir drei Punkte einfahren wollen und müssen“, forderte Hütter. Wegen der ernsten eigenen Lage wollte er sich über den Gegner nicht auslassen: „Wir wissen um Hannovers Stärken, aber wir schauen mehr auf uns.“

Die ebenfalls in der Bredouille steckenden Hannoveraner verloren zwar die vergangenen vier Liga-Partien gegen die Eintracht, verzeichneten in den bisherigen Duellen mit den Frankfurtern ihre insgesamt beste Erfolgsbilanz. Gegen keinen anderen Erstligaclub gewannen sie öfter – nämlich 19 Mal. Die letzten vier Partien gewannen jedoch die Hessen.

Beim fünften Erfolg in Serie gegen die 96er soll Pokalheld Ante Rebic tatkräftig mithelfen. Nach zwei Kurzeinsätzen gegen RB Leipzig und in Gladbach, wo er immerhin den 1:2-Anschlusstreffer erzielte, dürfte der Kroate erstmals in dieser Saison in die Startformation rücken. „In den Planungen für das Spiel ist es ein heißes Thema“, sagte Hütter. „Er ist ein Kandidat. Ich glaube, dass er uns in dieser Situation helfen kann. Er kann in solchen Spielen den Unterschied machen.“ Auch Mittelfeldakteur Luca Torró könnte von Anbeginn spielen. Nach Schambeinproblemen konnte der Spanier wieder schmerzfrei mit dem Ball trainieren.

Hütter spürt nicht nur den Druck, sondern gibt ihn auch an seine Spieler weiter. „Ich will eine Mannschaft sehen, die sich besser präsentiert als in Mönchengladbach, sich 90 Minuten zerreißt und Power-Fußball spielt“, forderte er. Gelingt dies, ist Hütter überzeugt, „dass wir in die Erfolgsspur zurückfinden“.

Dafür muss nach seiner Auffassung mehr Initiative aus dem Eintracht-Mittelfeld kommen, in dem eine spielgestaltende Figur fehlt. „Die Spielführung von hinten raus in die Offensive“, lasse zu wünschen übrig, räumte Hütter ein. „Da brauchen wir mehr Kreativität und tödliche Pässe, um die Stürmer einzusetzen.“

Trotz des offenen Eingeständnisses, mit dem Rücken zur Wand zu stehen, und der harten Selbstkritik hat der selbst wieder unter Druck geratene Coach volles Vertrauen in seine Spieler. „Wenn ich auf mein Team blicke, sehe ich eine Mannschaft, die lebt und zusammenhält“, meinte Hütter. dpa