Eintracht Frankfurt

Fußball Eintracht Frankfurt untermauert internationale Ambitionen mit einem verdienten 2:0-Sieg in Mainz

Auf dem Weg zu großen Zielen

Frankfurt.Den sonntäglichen Auftritt im „Sport1“-Doppelpass konnte Fredi Bobic entspannt angehen. Die Profis von Eintracht Frankfurt hatten ihrem Sportvorstand mit dem 2:0 (1:0) in Mainz, dem dritten Sieg nacheinander, eine ideale Steilvorlage gegeben. Doch bei aller Freude über den aktuellen Höhenflug, der die Hessen in der Tabelle wieder in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen gebracht hat, hatte Bobic auch einige besorgte Aussagen im Gepäck. „Wir waren auf einem super Weg und der auch wirtschaftlich am besten wachsende Verein. Wir haben gut in die Mannschaft investiert, nicht nur kurz- sondern auch mittelfristig. Und dann verliert man plötzlich einfach 50 bis 70 Millionen Euro, die man eingeplant hatte. Man kann aber nicht alles von heute auf morgen verändern“, sagte der frühere Nationalstürmer zuden Folgen der Corona-Krise für die Eintracht. Mit den Spielern einen Gehaltsverzicht zu vereinbaren, habe „überhaupt keinen Spaß“ gemacht, sei aber aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen unausweichlich gewesen.

In dieser Saison haben Sebastian Rode & Co. zwar ein paar Euros weniger auf dem Gehaltszettel, das Punktekonto ist dank eines stabilen Aufwärtstrends zuletzt aber ordentlich angewachsen. „Wir haben große Ziele. Wir waren in Europa und wollen wieder dorthin. Jeder Sieg tut uns gut, diesem Ziel näher zu kommen“, sagte Abwehrchef Martin Hinteregger nach dem verdienten Sieg im Rhein-Main-Duell, der auf zwei verwandelten Foulelfmeter von André Silva (24., 72.) und einer fußballerisch robusten Auswärtsleistung fußte.

Dem Eintracht-Trainer fiel bei der Coolness, mit der der Portugiese bisher alle Strafstöße für Frankfurt verwandelte, ein großes Vorbild ein. „André ist Alleinunterhalter vorne, aber er macht das richtig gut. Gegen Leverkusen ist er nicht belohnt worden, heute schon. Seine Souveränität bei Elfmetern erinnert mich an Robert Lewandowski, der auch immer eiskalt verwandelt“, sagte Adi Hütter.

Dass die Hessen nun auch den Makel von 34 Jahren ohne Auswärtssieg beim Rhein-Main-Nachbarn beseitigt haben, passt zum Aufwärtstrend in der Banken-Metropole. Wir sind sehr, sehr glücklich. Es tut gut, dass diese Serie beendet wurde“, sagte Hütter. Zuletzt waren die Hessen 1986 im DFB-Pokal mit einem Sieg aus Mainz zurückgekehrt.

Der Österreicher scheint seinem Team in den vergangenen Wochen die in der Vorrunde lange vermisste Gier auf Siege eingeimpft zu haben – auch in engen Partien wie gegen Leverkusen oder am Samstag geht die Eintracht statt wie zuvor häufig mit Unentschieden nun mit drei Punkten vom Platz. Und das schlägt sich natürlich auch in der Tabelle nieder. Mit 23 Punkten haben die Frankfurter als Neunter wieder Blickkontakt zu den Europa-League-Plätzen. Der Rückstand auf den Tabellenfünften Union Berlin beträgt lediglich zwei Zähler.

Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten formulieren die Hessen ihr klares Saisonziel auch öffentlich. „Wir haben international für Furore gesorgt und wollen wieder nach Europa. Darum werden wir kämpfen“, betonte Hütter in Mainz. Ein erneuter Einzug in den Europapokal brächte der Eintracht nicht nur sportliches Renommee, sondern auch in Corona-Zeiten dringend benötigte zusätzliche Einnahmen, wie Bobic am Sonntag im Fernsehen erklärte: „Der internationale Wettbewerb ist immer sehr wertvoll und hat uns in den vergangenen zwei Spielzeiten sehr gut getan. Dass wir in dieser Saison nicht dabei sind, tut auch unserem Geldbeutel weh.“

Doch bei allem neu dazugewonnenen Selbstvertrauen schätzen die Frankfurter ihre Rolle weiterhin realistisch ein. „Am Dienstag ist Leverkusen der Favorit“, sagte Coach Hütter zur verschobenen 2. Runde im DFB-Pokal. Auf den Sieger der Partie wartet Regionalligist RW Essen.

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