Eintracht Frankfurt

Fußball Dopingermittler überprüfen Medikamentengabe an Hinteregger / Dost-Wechsel in Gefahr / Am Donnerstag wartet Straßburg

Aufregung bei der Eintracht

Archivartikel

Frankfurt.Bei Eintracht Frankfurt herrscht vor dem K.o.-Spiel um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League am Donnerstag (20.30 Uhr/RTL Nitro) bei Racing Straßburg Unruhe. So teilte die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada mit, die vermeintliche Tabletteneinnahme von Verteidiger Martin Hinteregger im Bundesligaspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim zu prüfen. Außerdem droht sich der Transfer von Torjäger Bas Dost an den Main zu zerschlagen.

„Die Nada hat die Szene am vergangenen Spieltag wahrgenommen und prüft den Sachverhalt nun“, teilte die Bonner Agentur am Dienstag auf Anfrage zu einem entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ mit. Der 26 Jahre alte Hinteregger und Torschütze beim 1:0-Sieg der Frankfurter am Sonntag hatte eine Viertelstunde vor Spielende einen Wadenkrampf erlitten, spielte schließlich aber weiter.

Bevor Hinteregger auf das Spielfeld zurückkehrte, soll ihm ein Betreuer eine Tablette in die Hand gedrückt haben. Ein Eintracht-Sprecher erklärte dagegen, Hinteregger habe keine Schmerzmittel eingenommen, sondern nach seinem Krampf ein Kohlenhydrat-Gel bekommen. Präzisiert hat der Club auch die Aussage des Verteidigers, „vom Doktor eine Nadel“ gesetzt bekommen zu haben. Laut Eintracht habe es sich um eine Akupunkturnadel zur Behandlung des Wadenkrampfes gehandelt.

Streit ums Geld

Auch die Nachricht, dass der erhoffte Transfer des niederländischen Stürmers Bas Dost nach Frankfurt zu scheitern droht, sorgte für Ungemach. Wie sein bisheriger Verein Sporting Lissabon mitteilte, könnten „kurzfristige finanzielle Forderungen des Spielers“ seinen Wechsel in die Mainmetropole noch verhindern. „Natürlich bekommen wir das auch mit. Bis jetzt ist er aber noch nicht da“, meinte Mittelfeldspieler Sebastian Rode. Der 28-Jährige gebürtige Hesse denkt aber vor allem daran, nach seiner schweren Knieverletzung wieder Fuß zu fassen. „Ich bin noch nicht ganz bei 100 Prozent“, sagte Rode zu seinem Comeback. Ob er nach zwei Einsätzen im Europacup gegen den FC Vaduz und Hoffenheim in Straßburg mitwirken darf, sei Sache von Trainer Adi Hütter. Rode versicherte aber: „Ich bin heiß zu spielen.“

Angesichts der Begeisterung der Frankfurter Fans, die der Eintracht bereits bei den Heimspielen der Europa-League-Qualifikation gegen die Fußball-Zwerge FC Flora Tallinn und Vaduz jeweils ein ausverkauftes Stadion bescherten, dämpft er die Erwartungen. „Es wäre vermessen zu sagen, dass wir wieder das Halbfinale der Europa League erreichen wollen“, sagte Rode.

Erst gelte es, die Gruppenphase gegen den französischen Erstligisten zu erreichen. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir haben in der vergangenen Saison in den K.o.-Spielen immer wieder gezeigt, dass wir die Ruhe bewahren und gut auftreten können“, meinte der frühere Spieler des FC Bayern München.

Die Eintracht war im Mai erst im Halbfinale der Europa League in London beim FC Chelsea nach Elfmeterschießen ausgeschieden. Dabei hatte sich Rode eine schwere Verletzung im rechten Knie zugezogen. „Direkt nach dem Spiel bin ich davon ausgegangen, dass es ein Knorpelschaden ist und es sechs bis neun Monate dauern wird – gerade mit meiner Vorgeschichte.“

So hatte Rode unter anderem wegen einer Leistenverletzung die Saison 2917/18 komplett bei Borussia Dortmund verpasst und hatte erst nach seiner Ausleihe in der vergangenen Winterpause in Frankfurt wieder Fuß gefasst und 20 Pflichtspiele bestritten. Seit Saisonbeginn ist er endgültig vom BVB verpflichtet. Begünstigt wurde die Verpflichtung auch, dass sich der Knorpelschaden als nicht zu gravierend herausstellte. „Ich wollte so schnell wie möglich wieder fit werden“, sagte Rode.

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