Eintracht Frankfurt

Fußball Eintracht Frankfurt fährt entspannt zum Freitagsspiel nach Stuttgart – der Tabellenletzte VfB steht hingegen unter Druck

Aufschwung trifft auf Sturzflug

Archivartikel

Frankfurt.Nach einem giftigen und spritzigen Training machte sich der Tross von Eintracht Frankfurt voller Zuversicht mit dem ICE auf die Dienstreise zum Bundesliga-Gastspiel beim VfB Stuttgart. „Mit diesem Elan muss die Mannschaft auftreten“, forderte Eintracht-Trainer Adi Hütter vor dem 93. Duell mit den Schwaben am heutigen Freitag (20.30 Uhr).

Zum Auftakt des zehnten Spieltages will der DFB-Pokalsieger seine Erfolgsserie von sechs Pflichtspielen ohne Niederlage fortsetzen und den Anschluss an die Spitzengruppe halten. Dafür muss aber eine deutliche Steigerung gegenüber dem glücklichen 1:1 beim 1. FC Nürnberg am Sonntag her. „Wir müssen wieder viel aktiver nach vorne spielen“, sagte Hütter gestern. „In Nürnberg waren wir nicht gut.“

Der 48 Jahre alte Fußball-Lehrer gewährte seinen zuletzt müden Schützlingen daher unter der Woche einen freien Tag zur Regeneration. „Das sind Erfahrungswerte, wo man sich auch trauen muss als Trainer. Wir sind so viel unterwegs, dass es manchmal besser ist, wenn man sich mal 24 Stunden nicht sieht und die Jungs einen Tag mit der Familie genießen können“, begründete Hütter die Maßnahme. Die Mannschaft dankte es ihm danach mit einer konzentrierten und ehrgeizigen Trainingsarbeit, weshalb Hütter der Partie in Stuttgart zuversichtlich entgegensieht. „Ob es eine gute Idee war, wird sich aber erst am Freitag zeigen“, sagte der Österreicher. Personell hat er keine Sorgen. „Wir sind in voller Besetzung“, verkündete Hütter. Lediglich die Langzeitverletzten Timothy Chandler, Carlos Salcedo und Gonçalo Paciência sowie Mittelfeldmann Lucas Torró fehlen.

Wer von den drei Topstürmern Ante Rebic, Luka Jovic und Sébastien Haller – der Franzose soll beim englischen Premier-League-Club Newcastle United auf dem Wunschzettel stehen – auf der Bank bleiben muss, behielt Hütter für sich. „Ich habe mehrere Optionen. Am Ende des Tages ist es wichtig, dass sie funktionieren, harmonieren und treffen“, sagte er.

Gesetzt ist dagegen Filip Kostic, der von 2014 bis 2016 für die Stuttgarter gegen den Ball trat. Der 26 Jahre alte Serbe spielt auf der linken Außenbahn bisher eine ganz starke Saison. „Vielleicht ist es eine Extra-Motivation, wenn man im alten Stadion spielt“, sagte Hütter. „Ich brauche ihn aber nicht zusätzlich motivieren. Ich wünsche mir nur, dass er an seine Leistungen der vergangenen Wochen anknüpft. Das war einfach top.“

Weinzierl drosselt Bedeutung

Obwohl der VfB mit fünf Punkten gemeinsam mit Düsseldorf auf dem letzten Platz steht, rechnet Hütter am Freitag mit einer schweren Aufgabe: „Ich erwarte ein sehr heißes Spiel, denn Stuttgart will seine Negativserie beenden.“ In den ersten beiden Spielen unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl hatten die Schwaben zwei 0:4-Pleiten gegen Borussia Dortmund und in Hoffenheim kassiert.

Weinzierl, der mit Augsburg und Schalke nach schlechtem Beginn jeweils noch eine ordentliche Runde spielte, will die Bedeutung des Heimspiels nicht noch zusätzlich vergrößern. „Es ist doch klar, dass wir vor einem super Publikum, ausverkauftes Stadion, die Spiele gewinnen wollen. Aber die Spiele sind alle eng, da brauchst du das nötige Spielglück.“ Sollte es nicht klappen mit einem Erfolg „dann geht es gegen Nürnberg auch weiter, dann müssen wir gegen Nürnberg gewinnen“. Denn: „Es ist schwer vorherzusagen, und versprechen kann man schon mal gar nichts. Zumindest in der Bundesliga.“ dpa