Eintracht Frankfurt

Fußball Eintracht-Abwehrspieler Marco Russ gibt sich vor dem DFB-Pokalfinale am Samstag kämpferisch

„Bayern die Freude am Spiel nehmen“

Frankfurt.Eintracht Frankfurts Innenverteidiger Marco Russ gibt sich vor dem DFB-Pokalfinale am Samstag in Berlin (20 Uhr/ARD) gegen Bayern München selbstbewusst. „Auch wenn das viele anders sehen: Wir haben definitiv eine Chance, gegen Bayern zu gewinnen“, sagte der 32-Jahre alte Profi des hessischen Fußball-Bundesligisten am Dienstag. „Wir trauen uns absolut zu, am Samstag zu überraschen.“

Trotz der 0:1-Niederlage beim FC Schalke 04 im letzten Saisonspiel und dem damit zunächst verpassten Einzug als Tabellenachter in die Qualifikation zur Europa League sei die Stimmung in der Mannschaft positiv. „Wir waren enttäuscht und über einige Situation auch sauer, aber jetzt zählt nur das Thema Berlin“, sagte Russ, der nach 2006 und 2017 nun zum dritten Mal in einem Pokalfinale mitwirkt. „2006 waren wir gegen den FC Bayern nah dran, letztes Jahr haben wir auch ein richtig gutes Spiel gezeigt. Nun wird es wirklich mal Zeit für uns.“

Auch 2006 waren die Münchner die Endspiel-Gegner und mit 1:0 auch die Sieger. „Damals war der Unterschied zwischen den Bayern und uns noch krasser“, meinte Russ. „Auch wenn wir um die Stärke der Bayern natürlich wissen: Stuttgart hat gezeigt, dass sie schlagbar sind. Wir haben ein ganzes Jahr auf dieses Spiel hingearbeitet. Außerdem haben wir die Chance, Europa noch zu erreichen. Das ist Motivation genug.“ Der 32-Jährige ist sich bewusst, „dass man nicht oft im Finale steht und diese Chance bekommt. Wir wollen sie dieses Mal unbedingt nutzen.“

Abflug am Donnerstag

Die Frankfurter bereiten sich in dieser Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf den Berlin-Auftritt vor und fliegen am Donnerstag in die Bundeshauptstadt. Nur im Falle eines Sieges ist für Sonntag ein Empfang im Frankfurter Rathaus auf dem Römerberg geplant.

Der Innenverteidiger, dessen Vertrag Ende der kommenden Saison ausläuft, rät den jüngeren Spielern im Team: „Sie sollen alles genießen und aufsaugen. Und zwar von Donnerstag bis Sonntag. Wir reisen schon einen Tag früher an, trainieren noch mal im Olympiastadion und spielen in neuen Trikots. Das sind alles ganz spezielle Umstände, die diese Tage besonders machen“, sagt der gebürtige Hanauer. „Wir freuen uns richtig drauf, und diese Freude wollen wir dann auch auf den Platz bringen“, verspricht Russ.

Er weiß, dass gegen den Rekord-Pokalsieger die Abwehr besonders gefordert sein wird: „Wir wollen auch Ballbesitz haben, aber an vorderster Stelle steht das gute Verteidigen. Dann müssen wir unsere Chancen, die wir mit Sicherheit bekommen, konsequent nutzen.“

Russ’ Strategie für den angestrebten Erfolg lautet: „Wir müssen in den Zweikämpfen aggressiv sein und den Bayern die Freude am Spiel nehmen. Also so auftreten, wie wir es in 80 Prozent unserer Spiele in dieser Saison getan haben. Ein bisschen eklig und unangenehm. In Sachen Bereitschaft und Motivation braucht keiner Nachhilfe, wir sind heiß auf die Partie. Am Samstag werden wir brennen.“

Für Marco Russ wird der Samstag in Berlin ein ganz spezieller Tag werden. „2017 habe ich nicht gespielt. Ich habe es dennoch enorm genossen, da sich der Kreis fast genau ein Jahr nach meiner Krebsdiagnose geschlossen hat. Jeder will spielen, das ist klar. Es wird Enttäuschungen geben. Es kann mich treffen, da bin ich mir bewusst. Ich bin auf jeden Fall fitter als im vergangenen Jahr zum gleichen Zeitpunkt, bin gut drauf und fühle mich gut“, fiebert er dem Duell entgegen.