Eintracht Frankfurt

Fußball Eintracht bangt um Verbleib des Erfolgstrainers

Bobic von Bayern-Gerüchten um Kovac nur noch genervt

Archivartikel

Bremen/Frankfurt.Lukas Hradecky war nach seinem Patzer untröstlich. „Es tut mir leid für die Mannschaft, dass ich heute einen Punkt gekostet habe“, sagte der Torwart von Eintracht Frankfurt nach der 1:2 (0:1)-Niederlage bei Werder Bremen. Der Finne ließ am Sonntag in der 79. Minute den Ball durch die Hände rutschen. Deshalb ging sein Team im Weserstadion trotz starker Vorstellung leer aus.

Überhaupt lief für die Eintracht an diesem Osterwochenende schief, was nur schieflaufen konnte. In der Tabelle der Fußball-Bundesliga fiel sie vom vierten auf den sechsten Platz zurück. Stürmer Ante Rebic erlitt in Bremen einen Muskelfaserriss in der Wade und wird voraussichtlich vier Wochen fehlen. Der nächste Gegner 1899 Hoffenheim (Sonntag, 18 Uhr) ist Siebter und der Abstand zwischen beiden Clubs schmolz auf drei Punkte zusammen. Zudem stehen die Fragen in Raum: Geht Trainer Niko Kovac zum FC Bayern? Und ist Torwart Hradecky völlig unabhängig von seinem Patzer endgültig nicht mehr zu halten? So droht eine äußerst erfolgreiche Saison in ihrer entscheidenden Phase von Personalfragen überlagert zu werden.

In Sachen Hradecky sagte Sportvorstand Fredi Bobic ganz deutlich: Die Chancen, den finnischen Nationalkeeper zu halten, seien „sehr gering. Das muss man ganz realistisch sehen.“ Der Vertrag mit dem 28-Jährigen läuft am 30. Juni aus. Vor allem Bayer Leverkusen werden gute Chancen eingeräumt, Hradecky als möglichen Leno-Nachfolger zu verpflichten. „Wir haben gesagt, dass die Tür auf ist, aber irgendwann wird sie auch zu sein“, meinte Bobic.

Auf die Wechselgerüchte um Niko Kovac reagierte der Frankfurter Sportchef genervt. Wer neuer Trainer beim FC Bayern München werde, sei ihm „Jacke wie Hose“, sagte er. „Das Thema wurde wieder öffentlich aufgemacht. Okay, schön. Ihr habt Eure Kanäle, ich habe einen: Das ist der zum Trainer. Und das ist das Entscheidende. Jeder quatscht irgendwas von rechts nach links. Das sind Kämpfe, die müssen in München ausgetragen werden. Das interessiert mich weniger.“

Doch spätestens seit der Absage von Thomas Tuchel ist Kovac in München wieder ein heißer Kandidat. Der 46-Jährige hat von 2001 bis 2003 für den FC Bayern gespielt, er kennt alle Entscheidungsträger des deutschen Rekordmeisters gut und seine Arbeit in Frankfurt spricht für ihn. Nach dem 1:2 in Bremen wollte sich Kovac aber nicht zu diesem Thema äußern, sondern stattdessen nur noch seine Mannschaft vor dem wichtigen Spiel gegen Hoffenheim wieder aufbauen. lhe