Eintracht Frankfurt

Fußball Eintracht Frankfurt erkämpft sich mit Disziplin und Leidenschaft ein 1:1 gegen RB Leipzig, stagniert aber nach fünf Spielen ohne Sieg im Mittelmaß

Das Ergebnis geht über das Erlebnis

Frankfurt.Bei einem Klassiker unter den Fragen, ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist, neigte Adi Hütter der positiven Sichtweise zu. „Ich kann mit dem Unentschieden gut leben. Wir haben gut verteidigt und waren sehr diszipliniert. Wir nehmen den Punkt gerne mit und bleiben zuhause ungeschlagen“, sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem 1:1 (1:0) gegen RB Leipzig. Viel mehr wollten die Hessen an diesem kalten Novembersamstag nicht. Mit dem klaren Fokus auf die Defensive die Stärken des Gegners neutralisieren, sich erst einmal wieder konsolidieren, den Punkt mitnehmen. „Spielerisch war es ein bisschen wenig. Was gefehlt hat: Im Spiel nach vorne, da haben wir nicht so brilliert heute“, gestand Hütter. Es schien dem Österreicher, sonst durchaus ein Anhänger des schönen, offensiv ausgerichteten Fußballs, aber auch ziemlich egal zu sein. Das Ergebnis ging diesmal über das Erlebnis.

Poulsen kontert Barkok

Dass Aymen Barkoks Führungstreffer aus der ersten Halbzeit (43.) nicht zum ersten Erfolg nach zuvor vier sieglosen Bundesliga-Partien reichte, war gemessen an den Spielanteilen wohlbegründet. Leipzig zeigte deutlich mehr Engagement im Spiel nach vorne, außer dem schönen Ausgleichstreffer durch Yussuf Poulsen (56.) blieben die Angriffsbemühungen der Sachsen aber auch seltsam zahnlos.

„Wir waren besser, haben aber im letzten Drittel nicht gut genug verlagert“, sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann, der vor der Reise zur Weltauswahl von Paris St.-Germain in der Champions League akzeptieren musste, dass es sein Team verpasste, nach Punkten mit Spitzenreiter Bayern München gleichzuziehen.

Sein Kollege Hütter durfte sich indes bestätigt fühlen, sein Team auf insgesamt fünf Positionen umgekrempelt zu haben. Eigengewächs Barkok, in der vergangenen Saison noch an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen, erzielte sein erstes Bundesliga-Tor seit 2016, und auch der zuletzt wenig berücksichtigte 2014er-Weltmeister Erik Durm zeigte – bis auf eine zu passive Haltung in der Entstehung des Ausgleichstors – auf der rechten Abwehrseite eine anständige Leistung. „Es ist vielleicht mutig, einem Spieler, der lange nicht gespielt hat, das Vertrauen zu schenken. Aber Erik Durm hat sich im Training außerordentlich gut präsentiert und es sich verdient, zu spielen. Das ist ein Zeichen für alle, die länger nicht zum Zuge kommen: Ihr erhaltet eure Chance!“, erklärte Hütter. Gleiches gelte für Barkok: „Er hat das wichtige 1:0 erzielt. Mit ihm wollten wir spielerische Akzente setzen, dahingehend ist zwar nicht alles gelungen, nichtsdestotrotz hat er nicht nur mit seinem Treffer seine Aufstellung gerechtfertigt.“

Auch wenn die Breite im Frankfurter Kader offensichtlich keinen Grund zu größerer Sorge gibt, stagniert die Eintracht mit dem bereits fünften Unentschieden dieser Saison in einer Tabellenregion, die die Hessen in dieser Saison eigentlich wieder hinter sich lassen wollten: auf Rang elf im Mittelfeld, im Nirgendwo zwischen Gut und Böse.

Trapp hadert

Eine durchwachsene Startbilanz, die auch Nationaltorwart Kevin Trapp nicht zufriedenstellt. Das mit den klassischen Grundtugenden erkämpfte Remis gegen Leipzig verbuchte der Eintracht-Schlussmann dennoch als Erfolg: „Das ist eine Champions-League-Mannschaft und wir haben wenig zugelassen.“ Schmerzhaft seien dagegen einige andere Punktverluste gewesen, in erster Linie die Unentschieden gegen die Aufsteiger Bielefeld (1:1) und Stuttgart (2:2), gegen Bremen (1:1) und in Köln (1:1). „Diese Ergebnisse ärgern uns natürlich und tun auch ein bisschen weh. Da hatten wir die Möglichkeit, mehr zu holen“, sagte Trapp. Da der Eintracht dies aber nicht gelang, lautet die Realität vorerst Mittelmaß. Nimmt man das vor der Saison ausgegebene Ziel, wieder an die internationalen Plätze heranzurücken, ist das Glas in Frankfurt zurzeit eher halb leer.

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