Eintracht Frankfurt

Fußball Im spannenden Endspurt um die Europa-Cup-Plätze ist für Frankfurt zwischen Platz vier und acht noch alles möglich

Das große Eintracht-Zittern

Frankfurt.Im letzten Akt einer dramatischen Saison muss Eintracht Frankfurt die schwierigste aller möglichen Hürden für ein weiteres Jahr in Europa nehmen. Im Gastspiel beim deutschen Meister FC Bayern München, der an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) selbst noch um den 29. Titel in der Bundesliga kämpft, müssen die Hessen mindestens einen Punkt holen, um aus eigener Kraft erneut in der Europa League spielen zu dürfen. „Wir brauchen so eine Leistung, die wir in London gezeigt haben, dann können wir auch in München bestehen“, sagte Trainer Adi Hütter mit Blick auf das tapfere 1:1 beim FC Chelsea, das nach dem Aus im Elfmeterschießen nicht reichte.

Haller wieder eine Startelf-Option

Die emotionale Achterbahnfahrt vom potenziellen Abstiegskandidaten zum Champions-League-Anwärter hat vor dem 34. Spieltag noch immer kein Ende gefunden. Mit einem Überraschungssieg in München ist noch immer die Königsklasse drin, bei einer Niederlage droht Rang acht und das Nichts. Hütter sagte: „Wir brauchen diesen einen Punkt, um uns international zu qualifizieren. Wir müssen mutig nach vorne spielen.“ Möglich ist aber auch ein Szenario mit einem Remis, das beiden Teams zur Erfüllung des Saisonziels helfen könnte.

Von Anfang an zu taktieren sei aber keine Option, untermauerte Hütter. „Es geht für uns um sehr, sehr viel. Wir wissen, dass wir ein Resultat bringen müssen. Es wird ein heißer Tanz in München, wo wir über unsere Grenzen gehen müssen. Ich bin aber sehr zuversichtlich“, sagte der Österreicher. Der lange Zeit verletzte Sebastien Haller ist im Sturm wieder eine Option für die Startelf. Hütter könnte das magische Angriffstrio Haller, Luka Jovic und Ante Rebic sogar komplett von Anfang an stürmen lassen.

Champions League, Europa League oder gar nichts: Vom Herzschlagfinale in der Bundesliga dürfte auch die Zukunftsplanung der Eintracht maßgeblich abhängen. Das begehrte Sturm-Juwel Jovic könnte in diesem Sommer zu Real Madrid wechseln, im Gespräch ist eine Ablöse von 50 bis 70 Millionen Euro. „Wenn es so sein sollte, dann haben wir alle gewonnen. Alle haben etwas richtig gemacht“, sagte Hütter. So ein Wechsel zu den Königlichen würde auch ihn stolz machen. Sport-Vorstand Fredi Bobic hatte zuletzt noch einmal verdeutlicht, dass es bei Stürmerjuwel Jovic noch keine Entscheidung gebe.

Fakten schaffte die Eintracht dafür bei dessen serbischem Landsmann Filip Kostic. Der 26 Jahre alte Flügelspieler wurde nach seiner Leihe vom Hamburger SV per Kaufoption verpflichtet und bis 2023 an die SGE gebunden. „Für uns war Filip ein echter Glücksgriff. Mit seiner Dynamik, Zielstrebigkeit und Flexibilität hat er einen großen Anteil am positiven Verlauf der Saison“, sagte Bobic.

Hütter ergänzte: „Er hat sich in viele Notizblöcke gespielt. Ich habe von Anfang an einen Spieler vorgefunden, der mich menschlich wie sportlich total überzeugt hat. Er hat alle Kritiker Lügen gestraft.“

Leihgabe Kostic fest verpflichtet

Bobic hatte Kostic 2014 bereits vom FC Groningen in die Bundesliga zum VfB Stuttgart geholt. Über die Höhe der Ablösesumme machte der Club keine Angaben. Sie soll ursprünglich auf 6,5 Millionen Euro festgeschrieben worden sein, sich durch die um ein Jahr verkürzte Laufzeit des ursprünglich bis Sommer 2020 geschlossenen Leihvertrages jedoch verringern.

Der frühere Bundesliga-Torjäger Bobic sähe seine Eintracht auch ohne weitere Europa-Teilnahme gut aufgestellt. „Es ist auf jeden Fall vorteilhaft, weil die Spieler sich natürlich europäisch messen wollen. Aber ich denke, dass wir unabhängig davon in den vergangenen Jahren für die Spieler sehr attraktiv geworden sind, mit unserem Stadion, unserer Stimmung“, sagte Bobic der „Süddeutschen Zeitung“.

Die emotionale Spielzeit will er sich so oder so nicht entwerten lassen. „Warum soll dann von heute auf morgen die Saison in den Eimer geredet werden mit so vielen Highlights? Ich finde da keine Gründe.“ Der frühere Bundesliga-Stürmer glaubt, „wenn wir die zwei Chelsea-Spiele nicht gehabt hätten, wären wir schon lange für die Champions League qualifiziert“.