Eintracht Frankfurt

Fußball Über 25 000 Fans bereiten den Pokalsiegern der Eintracht nach ihrer Rückkehr einen begeisterten Empfang am Frankfurter Römerberg

„Das ist der Wahnsinn, was hier los ist“

Archivartikel

Frankfurt.Eine Stadt im Ausnahmezustand: Nach der Rückkehr aus Berlin genossen die Pokal-Helden von Eintracht Frankfurt den Triumphmarsch durch die Main-Metropole. Zehntausende Fans bereiteten dem Cupsieger am Sonntag einen begeisterten Empfang in der Heimat. „Das ist der Wahnsinn, was hier los ist“, sagte der überwältigte Vorstandschef Fredi Bobic. Um kurz nach 16 Uhr war der Charterflieger gelandet, den Kapitän Alexander Meier und sein Vertreter David Abraham gemeinsam mit dem Pokal in der Hand als Erste verließen. Vom Frankfurter Flughafen ging es in einem Cabrio-Corso durch ein dichtes Spalier von Tausenden Menschen zum Römer, wo sich schon Stunden zuvor rund 25 000 Fans versammelt hatten.

Bei der Ankunft im Frankfurter Rathaus wurde Trainer Niko Kovac, der im Sommer zum Rekordmeister nach München wechselt, von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier beglückwünscht. Dann ging es hinaus auf den Balkon, auf dem Kovac unter dem frenetischen Jubel der Fans den Pokal stolz in die Höhe reckte. „Es ist ein wunderschöner Tag nach einem historischen Sieg“, rief Kovac in die Menge, die ihn mit Sprechchören feierte. „Der Pokal ist ein Geschenk der Mannschaft an euch.“ Rund um das Frankfurter Rathaus feierten die Fans ihre Lieblinge um „Fußball-Gott“ Alexander Meier, der sichtlich gerührt war. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte der Routinier. Es war der Höhepunkt einer emotionalen Achterbahnfahrt am Pokal-Wochenende, das für die Vereinsikone denkbar schlecht angefangen hatte. Wenige Stunden vor dem Finale erfuhr er von Trainer Niko Kovac, dass er nicht im Kader steht. Der Traum vom Abschied auf der ganzen großen Fußball-Bühne war futsch.

Dennoch durfte der 35 Jahre alte Kapitän nach dem Pokaltriumph gemeinsam mit seinem Vertreter David Abraham als Erster die Trophäe in den Berliner Nachthimmel recken. „Ich habe etwas länger mit Alex gesprochen und ihm das versprochen“, berichtete Kovac. „Er hat hier 14 Jahre lang tolle Arbeit geleistet. Es war für ihn ein krönender Abschluss dieser Saison.“

Mit dem fünften Pokalsieg der Vereinsgeschichte hat die Eintracht den Weg aus dem grauen Fußball-Mittelmaß fortgesetzt . Dank des Triumphes zog die Eintracht in die Gruppenphase der Europa League ein. „Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Europapokal-Saison, in der Sie bitte den deutschen Fußball würdig vertreten“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel auf dem nächtlichen Fest-Bankett nahe des Brandenburger Tors. dpa