Eintracht Frankfurt

Fußball Niko Kovac holt bei seiner Rückkehr nach Frankfurt als Bayern-Trainer mit 5:0-Erfolg locker den Supercup

Die nächste Sensation bleibt aus

Frankfurt.Fußball-Wunder sind nicht beliebig reproduzierbar: Exakt drei Monate nach dem denkwürdigen Pokaltriumph gegen den FC Bayern verlor Eintracht Frankfurt gestern Abend im Supercup mit 0:5 (0:2) gegen den klar überlegenen Meister, dem damit zumindest eine kleine Revanche für die schmerzhafte Niederlage von Berlin gelang.

Münchens neuer Trainer Niko Kovac, der bei seiner Rückkehr in die hessische Metropole freundlich empfangen wurde, holte damit gleich in seinem ersten Pflichtspiel den ersten Titel mit dem deutschen Branchenführer, während die Premiere für den neuen Frankfurter Coach Adi Hütter böse daneben ging. Das lag vor allem an Bayern-Angreifer Robert Lewandowski, der die Eintracht mit drei Treffern fast im Alleingang besiegte.

Hütter setzte größtenteils auf bewährtes Personal: Von den Neuzugängen schafften es nur der dänische Torhüter Frederik Rönnow und Mittelfeldmann Lucas Torro in die Startelf, WM-Held Ante Rebic saß zwei Tage nach seiner umjubelten Vertragsverlängerung zunächst auf der Bank. Bei den Bayern hatte die im Vergleich zu den Vorjahren harte Sommervorbereitung unter Kovac einige Spuren hinterlassen: James, Jerome Boateng, Serge Gnabry und Renato Sanches fehlten mit diversen Blessuren, Weltmeister Corentin Tolisso kehrt nach seinem Urlaub erst am Montag nach München zurück.

Rebic bei Rückkehr gefeiert

Die Partie kam nur schwer auf Touren, die ersten 20 Minuten sahen weitgehend so aus wie ein weiteres Vorbereitungsspiel. Doch dann fanden die Bayern einmal eine Lücke im dicht gestaffelten Abwehrverband der Hessen – und es stand 1:0. Joshua Kimmich flankte, Lewandowski köpfte in der Mitte vergleichsweise unbedrängt ein (21.). Ein Treffer der Kategorie humorlos. Dieses Schema wiederholte sich fünf Minuten später: Diesmal brachte Arjen Robben einen Eckball mit links an den Fünfmeterraum, wo wieder Lewandowski mit dem Kopf zum 2:0 erfolgreich war (26.).

Selbst die größten Optimisten im Lager der Eintracht mussten sich schon nach einer knappen halben Stunde eingestehen, dass der nächste Titel in fast unerreichbare Ferne gerückt war. Thomas Müller verpasste bei seinem 18-Meter-Schuss das mögliche 3:0 nur um Zentimeter (36.).

Die bemühte Eintracht kam weiterhin nicht über offensive Ansätze hinaus, der Umbruch nach dem Verlust von Leistungsträgern wie Kevin-Prince Boateng, Marius Wolf oder Lukas Hradecky könnte nach den ersten Eindrücken dieser Saison länger dauern als erhofft. Nur kurz vor der Pause war Mijat Gacinovic einmal fast allein auf dem Weg in Richtung Nationaltorhüter Manuel Neuer, wurde dann aber von Mats Hummels mit einem Foul unsanft gestoppt. Danny da Costa schoss den folgenden Freistoß direkt in die Mauer (45.+1).

Nach dem Seitenwechsel konnte sich der neue Eintracht-Schlussmann Rönnow zum ersten Mal auszeichnen, als er einen Robben-Schuss stark um den Pfosten drehte (48.). Die Eintracht wirkte von der Körpersprache und dem Auftreten her nicht mehr wie ein Team, das noch an die Wende glaubt. Lewandowski beraubte die Hessen mit seinem dritten Treffer auch noch des letzten Fünkchens Hoffnung (54.). Kingsley Coman (63.) und Thiago (85.) erhöhten noch auf 5:0.

Nur bei der umjubelten Einwechslung ihres Pokal-Heroen Rebic konnten die Anhänger der Hessen ein bisschen feiern. Zumindest mit einer Tatsache durften sich die enttäuschten Eintracht-Fans auf dem Heimweg allerdings trösten: Das weitaus wichtigere Finale vor drei Monaten, das hat ihre Mannschaft in Berlin auf wundersame Weise mit 3:1 gewonnen.