Eintracht Frankfurt

Fußball Frankfurt geht als krasser Außenseiter ins DFB-Pokal-Halbfinalduell beim FC Bayern / Leise Hoffnung auf eine Überraschung

Endspiel-Coup 2018 macht der Eintracht Mut

Archivartikel

Frankfurt.Vor dem schweren Gang nach München hat sich Adi Hütter im Fernsehen noch einmal das Pokal-Endspiel von 2018 angeschaut. „Das war emotional ergreifend“, erzählte der Trainer von Eintracht Frankfurt vor dem Halbfinale im DFB-Pokal bei den übermächtigen Bayern an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ARD). „Diese Emotionen müssen wir mitnehmen. Wir fahren nach München, um das Unmögliche möglich zu machen. Die Mannschaft ist heiß.“

Die Triumphbilder nach dem 3:1-Sieg in Berlin und vom legendären Empfang am Main mit dem Party-Finale auf dem Römer haben sich bei den Hessen ins kollektive Gedächtnis gebrannt – und sollen sie zu neuen sportlichen Heldentaten beflügeln. „Wichtig ist, dass man daran glaubt. 2018 waren die Bayern auch Favorit“, betonte Hütter.

Die Wetten stehen klar gegen die Eintracht – das weiß auch Fredi Bobic. „Keine Frage: Das ist die schwerste aller möglichen Konstellationen. Wir sind in einer absoluten Außenseiterrolle“, sagte Frankfurts Sportvorstand. „Aber wir werden nichts herschenken und alles versuchen, um die Überraschung zu schaffen und unseren Traum vom Finale dennoch zu verwirklichen.“

Die Eintracht hat nichts zu verlieren, denn an einen Sieg in der leeren Allianz-Arena glauben wohl nur die kühnsten Optimisten. Zu stark haben sich die Bayern nach der Corona-Zwangspause bisher präsentiert. Fünf Spiele, fünf Siege mit 17:4 Toren – so lautet die beeindruckende Bilanz des Rekordmeisters. „Die Bayern haben eine tolle Mannschaft, die immer Lösungen parat hat. Sie sind der Favorit“, betonte Hütter.

Großer Kampfgeist gefragt

Erst vor zweieinhalb Wochen mussten die Frankfurter bei der 2:5-Niederlage in der Bundesliga die Überlegenheit des Star-Ensembles von der Isar anerkennen. „Bayern ist aktuell eine Übermannschaft. Nichtsdestotrotz ist es ein Spiel und wir werden versuchen, so gut es geht zu bestehen“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Denn der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze. Kampflos wollen die Frankfurter dem Rekord-Pokalsieger die Berlin-Tickets jedenfalls nicht überlassen. „Wenn es nach den Prognosen geht, dürften wir gar nicht hinfahren. Wir werden alles versuchen, um eine Überraschung zu schaffen“, versprach Hütter: „Jede Mannschaft ist in gewissen Momenten zu knacken.“

Allerdings präsentierte sich der fünfmalige Cup-Gewinner beim jüngsten 0:2 im Rhein-Main-Derby gegen Mainz erschreckend schwach – und in München fehlt auch noch der im DFB-Pokal gesperrte Filip Kostic. Für Mittelfeldspieler Sebastian Rode steht daher fest: „Wir brauchen einen absoluten Sahnetag, an dem alles passt. Jeder muss für den anderen kämpfen.“ 

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