Eintracht Frankfurt

Fußball Düsseldorf erledigt – Eintracht bereit für Mailand

Fahrrad, Eistonne, Nudeln, Schlaf

Archivartikel

Düsseldorf.Sebastian Rode kannte das Rezept für die kurze Regenerationsphase vor dem größten Europacup-Spiel seit einem Vierteljahrhundert. „Jetzt geht es aufs Fahrrad, dann in die Eistonne, dann gibt es Nudeln und dann müssen wir viel schlafen“, sagte der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt.

Als Rode diese Worte sprach, war das 3:0 (0:0) in der Bundesliga bei Fortuna Düsseldorf gerade abgepfiffen und das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League bei Inter Mailand ganze 70 Stunden entfernt. Körperliche Probleme befürchtet die Dortmunder Leihgabe aber nicht. „Mit der Vorfreude und dem Adrenalin geht es auch mit weniger Regeneration“, sagte Rode: „Es ist, wie es ist. Zwei Tage Pause, dann geht es weiter. Die Fans müssen ja auch weiter.“

Der Erfolg beim zuletzt starken Aufsteiger in Düsseldorf und die glänzende Ausgangsposition für eine erneute Europacup-Qualifikation geben den Hessen das Gefühl, körperliche Grenzen ignorieren zu können. „Wir sind bereit, Geschichte zu schreiben“, sagte Gelson Fernandes nach den Toren von Goncalo Paciencia (48.) und Sebastian Haller (90.+1/90.+3): „Dieser Sieg gibt Kraft. Mit drei Punkten in der Tasche erholst du dich viel besser.“

Bei allem Hype um den Fußball-Festtag, an dem 15 000 Fans die Frankfurter nach dem 0:0 im Hinspiel begleiten wollen, versuchen die Verantwortlichen auch, nicht zu überdrehen. Auf die Frage, was man denn außer Nudeln zu essen noch machen könne, sagte Sportdirektor Bruno Hübner: „Ach, die sollen ruhig mal mit den Nudeln anfangen.“

Kapitän Fernandes versicherte auch, sein Team habe „die richtige Mentalität“. Abwehrchef Makoto Hasebe untermauerte dies mit Taten. Der 35 Jahre alte Japaner hatte sich in Mailand einen Nasenbeinbruch zugezogen. In Düsseldorf stand er in der Startelf, die Gesichtsmaske zog er nach wenigen Minuten aus und spielte ohne Schutz bis zum Ende durch. „Die Maske hat ihn glaube ich ein bisschen gestört“, sagte Hübner. Auf die Frage, ob das nicht ein zu großes Risiko sei, antwortete Hübner lachend: „Für ihn persönlich schon. Für uns war es ohne Maske ein geringeres Risiko.“

Hütter bleibt gesperrt

Eine zusätzliche Motivation für das Spiel in Mailand ist die Sperre von Trainer Adi Hütter (Bild). „Sie müssen nicht für ihren Trainer spielen, sondern für Eintracht Frankfurt“, wollte der Österreicher dem aber keine zu große Bedeutung beimessen. „Es wird sicher nicht so angenehm. Selber schuld“, sagte Hütter, der im Hinspiel gegen eine Wasserflasche getreten hatte: „Diesmal muss ich meine Arbeit eben vorher machen und schon bei der Spieler-Besprechung im Hotel die richtigen Worte finden.“ Im Stadion müsse er „schauen, dass ich einen Platz mit guter Sicht habe“. dpa