Eintracht Frankfurt

Fußball Eintracht macht beim 2:1 in München nicht mehr als nötig / Sportlich und finanziell wichtig

Frankfurter Minimalisten

München.Von dem holprigen Auftritt seiner Frankfurter wollte sich Adi Hütter nicht die Laune verderben lassen. „Beim Pokal geht es einfach darum, eine Runde weiterzukommen. Das ist uns gelungen“, resümierte der Eintracht-Coach nach dem 2:1 (0:0) in der ersten Runde des DFB-Pokals bei 1860 München. Dass der Fußball-Bundesligist dem tapfer kämpfenden Drittliga-Vertreter in 90 Minuten nur selten überlegen war und deutlich weniger Torchancen hatte, hakte Hütter flott ab. „Die Freude über das Weiterkommen überwiegt in jedem Fall. Im Pokal bringt es nichts, schön zu spielen und dann auszuscheiden.“

Schön waren im bayerischen Spätsommer am Samstagnachmittag nur die Treffer von André Silva (51.) und Bas Dost (56.), die jeweils sehenswert herausgespielt wurden und bei denen kurz der individuelle Klassenunterschied zu sehen war. Ansonsten aber zeigte sich im leeren Grünwalder Stadion, dass sich die Frankfurter vor dem Start in die Bundesliga am Samstag gegen Arminia Bielefeld noch steigern müssen. „Verbessern müssen wir einiges“, meinte Hütter, blieb aber locker, schließlich „haben wir noch eine gute Trainingswoche vor uns“. Und außerdem freue er sich über die dann 6500 Zuschauer im Stadion.

Zumindest die Kaltschnäuzigkeit in den wichtigen Offensivmomenten ist schon mal da beim Sturmduo Silva/Dost, das der Eintracht viel Freude machen soll. Silva wurde erst unter der Woche nach seiner Leihe fix vom AC Mailand verpflichtet – im Gegenzug wurde der einstige Erfolgsgarant Ante Rebic endgültig an Milan abgegeben. „André und ich spielen seit einem Jahr zusammen. Das Problem war nur, dass jeder von uns immer mal wieder verletzt oder krank ausgefallen ist. Aktuell sind wir gut drauf, wie wir heute bewiesen haben“, sagte Dost. „Wir können zwar noch mehr zeigen, nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht, uns gegenseitig die Tore aufzulegen.“

Defizite in der Defensive

Außer bei den Treffern ging von Dost und Silva aber kaum Gefahr aus, die „Löwen“-Abwehr hatte die international erfahrenen Stürmer weitgehend im Griff. Auch in der Defensive muss sich Frankfurt steigern, bevor es in der Liga gegen Fußball-Schwergewichte geht. Die Dreierkette um Martin Hinteregger wurde mehrmals von den Sechzigern überrumpelt, gleich viermal liefen die Gastgeber allein auf Kevin Trapp zu. Dreimal wurden die 1860-Angreifer dabei aber noch eingeholt, einmal war der Nationalkeeper zur Stelle. Der Gegentreffer fiel durch einen Foulelfmeter von Phillipp Steinhart (78.).

„Das Wichtigste ist, dass wir ruhig geblieben sind“, urteilte Hinteregger. Für die DFB-Pokal-Experten – zuletzt jubelte Eintracht in vier Jahren über einen Cup-Erfolg (2018) sowie je eine Final- und Halbfinalteilnahme – soll der diesjährige Wettbewerb nicht nur sportlich wertvoll sein. Wegen der Corona-Krise freut sich der Verein über jede Extra-Prämie. Sportvorstand Fredi Bobic geht nämlich von einem Minus von „50 bis 75 Millionen im Umsatz“ aus, wie er der „Bild am Sonntag“ sagte. 

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