Eintracht Frankfurt

Fußball Eintracht Frankfurt verkündet zum Trainingsstart mit Dominik Kohr und Erik Durm zwei weitere Neuzugänge

„Grundsätzlich gut aufgestellt“

Archivartikel

Frankfurt.Fragen über Fragen. Cheftrainer Adi Hütter musste kurz vor dem Trainingsauftakt von Eintracht Frankfurt am Mittwoch viele Auskünfte geben. Zwei wichtige Neuigkeiten teilte die Eintracht-Führung aber selbst mit. Die Verpflichtungen von Ex-Weltmeister Erik Durm und Dominik Kohr von Bayer Leverkusen.

Nach einer teils sensationellen vergangenen Saison mit dem Erreichen des Halbfinals in der Europa League und Platz sieben in der Fußball-Bundesliga sollen sie helfen, das Niveau zu halten oder zu steigern. „Die Erwartungen schrauben sich nach oben“, weiß der 49-jährige, braun gebrannte Hütter. „Ich will eine Mannschaft auf dem Platz haben, die das fortführt, was wir in der vergangenen Saison gezeigt haben.“

Im Urlaub hat sich Hütter Zeit genommen, den europäischen Siegeszug und die starken Liga-Auftritte Revue passieren zu lassen. „Es war einzigartig. Ich habe diese Reflexion genossen“, bekannte er, fügte jedoch an: „Das, was war, interessiert jetzt aber niemanden mehr.“ Anders als im letzten Jahr will er mit der Eintracht besser in die Spur kommen. Das 0:5 im Supercup gegen Bayern München, das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen Viertligist SSV Ulm 1846 und ein holpriger Bundesliga-Start sind nicht vergessen. „Ich bin überzeugt, dass wir anders auftreten als im letzten Sommer“, sagte Hütter.

Djibril Sow, mit dem er bei Young Boys Bern Meister wurde und der mit einer Ablösesumme von neun Millionen Euro der teuerste Spielereinkauf der Clubgeschichte ist, soll Dynamik ins Mittelfeld bringen. Der von Roter Stern Belgrad geholte Dejan Joveljic (Hütter: „Ein großes Talent, ein absoluter Knipser“) soll den Frankfurter Angriff bereichern. Dass der 19-jährige Stürmer nach den Weggang von Luka Jovic, der für rund 100 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte, in dessen Fußstapfen treten kann, erwartet der Coach (zunächst) nicht.

Spekulationen, dass auch Vizeweltmeister Ante Rebic und Sébastien Haller, die beiden weiteren Stürmer des magischen Torjäger-Trios, Frankfurt verlassen werden, trat Hütter entgegen: „Bisher hat kein Verein Interesse angemeldet, noch gab es keine Verhandlungen.“ Dafür hat die Eintracht schnell gehandelt, als Ex-Weltmeister Erik Durm bekundete, in die Bundesliga zurückkehren zu wollen. Die Hessen nahmen den 27-jährigen Verteidiger zudem gleich für vier Jahre bis Juni 2023 unter Vertrag. Durm kommt ablösefrei vom englischen Premier-League-Absteiger Huddersfield Town. Dass er fünf Jahre nach dem WM-Triumph wieder mehr ins Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw rückt, ist für ihn kein Thema: „Das habe ich nicht im Hinterkopf.“

Positive Entwicklung

Nur wenig später verkündeten die Frankfurter auch noch die langfristige Verpflichtung von Dominik Kohr. Der 25-jährige Mittelfeldspieler und U-21-Europameister von 2017 erhält einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2024. „Dass deutsche Spieler auf diesem Niveau zu uns kommen, ist ein Nachweis für die positive Entwicklung von Eintracht Frankfurt“, sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic.

Die Verpflichtung von Durm könnte auch das Zeichen sein, dass es mit einem Bleiben des in der Winterpause ausgeliehenen Martin Hinteregger nichts wird. Er steht noch beim FC Augsburg unter Vertrag. Dagegen machte Hütter Hoffnung bei zwei anderen Leihspielern: Bei Nationaltorwart Kevin Trapp („Es geht in eine gute Richtung“) und Sebastian Rode („Es kommt auf das Verhandlungsgeschick an“). Der Keeper hat noch einen Vertrag bei Paris Saint-Germain, der Mittelfeldakteur einen bei Borussia Dortmund. „Wir sind zufrieden mit den bisherigen Transferaktivitäten und zum jetzigen Zeitpunkt grundsätzlich gut aufgestellt“, meinte Hütter.

Für die Eintracht beginnt die neue Saison schon am 25. Juli mit dem ersten Pflichtspiel. In der Qualifikation zur Europa League spielt das Hütter-Team gegen den Sieger des Duells Radnicki Nis gegen FC Flora Tallinn. „Natürlich wären wir gern direkt in die Gruppenphase eingestiegen. Trotzdem sind wir froh, in der Quali dabei zu sein“, meinte Hütter. „Fakt ist aber, dass es kein Spaziergang wird, sondern ein schwerer Gang.“