Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt Die SGE will sich langfristig unter den Top-Vereinen der Bundesliga etablieren

Hessische Erfolgsgeschichte

Frankfurt.Es ist erst drei Jahre her, aber es kommt einem heute vor wie eine halbe Fußball-Ewigkeit. Im Mai 2016 kämpfte Eintracht Frankfurt in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Am Ende eines üblen zweiteiligen Gewürges blieben die Hessen drin – und starteten eine Erfolgsgeschichte, die hierzulande ihresgleichen sucht.

„Die Eintracht ist sicher der aufstrebendste Verein der Bundesliga“, meint Bernhard Trares, Trainer des Pokalgegners SV Waldhof, den die Frankfurter nach einem Kraftakt in der ersten Runde mit 5:3 schlugen. Viel Widerspruch dürfte Trares für diese These nicht ernten. Denn in der Saison nach dem Existenzkampf gegen Nürnberg landete die SGE schon auf Platz acht, im Mai 2018 schlug die Eintracht in einem schon legendären Pokalfinale den vermeintlich unschlagbaren FC Bayern mit 5:3. Die rasante Aufwärtsentwicklung in der Main-Metropole fand ihren Höhepunkt in der vergangenen Spielzeit mit dem Einzug ins Halbfinale der Europa League, als der spätere Gewinner FC Chelsea an der heimischen Stamford Bridge ein Elfmeterschießen zum Weiterkommen benötigte.

Danach kam es so, wie es im durchkommerzialisierten Fußballgeschäft kommen musste – der Eintracht wurden die besten Spieler weggekauft. Mit Luka Jovic (Real Madrid) und Sebastien Haller (West Ham United) verließen insgesamt 47 Tore den Club, auch Vizeweltmeister Ante Rebic kokettiert weiterhin offen mit einem Wechsel nach Italien oder Spanien.

„Das macht mich nicht depressiv. Wir wissen, dass wir ein Ausbildungsverein auf höherem Niveau sind und dass es größere Clubs gibt. Natürlich wünscht man sich unter romantischen Gesichtspunkten, dass man über Jahre ein Team aufbauen kann. Aber ganz ehrlich: Wo gibt es das heute im Fußball noch?“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic dieser Zeitung.

Dabei hat die Eintracht schon jetzt ein Drittel der eingenommenen dreistelligen Millionensumme wieder reinvestiert. Torhüter Kevin Trapp wurde Paris St.-Germain final abgekauft, Sebastian Rodes Heimkehr von Borussia Dortmund besiegelt. In der Breite hat der Kader sogar an Qualität hinzugewonnen. Zugänge wie Erik Durm, Dominik Kohr, Dejan Joveljic oder Djibril Sow sind vernünftige Verpflichtungen, mit denen sich die Frankfurter unter den Top Zehn etablieren können. „Natürlich sind die Erwartungen gestiegen. Aber wir wissen, mit welchen Konkurrenten wir uns im ersten Drittel der Tabelle messen müssen“, schränkt Bobic ein.

Um sich zu diesem Umfeld zu bewegen, suchen die Hessen noch nach einem Königtransfer im Angriff. Dabei fallen große Namen: Der ehemalige Liverpooler Daniel Sturridge zum Beispiel oder der türkische Nationalstürmer Cenk Tosun, zurzeit beim FC Everton unter Vertrag. Oder das neueste Gerücht vom Mittwoch: Eine Ausleihe von Jovic, der bei Real noch keinen besonders großen Eindruck hinterlassen hat. Hochkaräter, die zeigen, in welche Schublade die Eintracht mittlerweile greifen kann. Vor drei Jahren, nach der tristen Relegation gegen Nürnberg, wäre das noch undenkbar gewesen.

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