Eintracht Frankfurt

Fußball Eintracht Frankfurt geht mit gewaltigem Rückenwind ins Europa-League-Achtelfinale gegen Inter Mailand

Kampfansage nach San Siro

Archivartikel

Frankfurt.Die Spione von Inter Mailand auf der Tribüne der Frankfurter WM-Arena saßen mittendrin, als der Eintracht-Wahnsinn in dieser Saison einen neuen Höhepunkt erreichte. Sebastien Haller flankte, an der „zweiten Stange“ – wie es Trainer Adi Hütter im schönsten Ösi-Slang beschrieb – stand Gonçalo Paciência und köpfte den Ball zum 3:2-Siegtreffer ins Tor. Der dramatische Schlussakkord in der atemberaubenden Bundesliga-Begegnung der Eintracht gegen die TSG 1899 Hoffenheim, in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Die Arena am Stadtwald erbebte im Jubel der Tausenden förmlich, so etwas erlebt man sehr selten.

„Heute hat man gesehen, welche Kraft bei uns von den Zuschauern kommt“, sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic nach einem Spiel, das im besten Sinne Werbung für den Fußball war. Es war eine wilde, fesselnde Partie zweier Mannschaften, die fast bedingungslos attackierten. Mittelfeldgeplänkel gab es so gut wie keines, es ging hoch und runter, bei fast jedem Angriff lag ein Treffer in der Luft.

Hoffenheim kam nach dem 0:1-Rückstand (Ante Rebic, 20.) durch Tore von Joelinton (43.) und Ishak Belfodil (60.) fulminant zurück, musste aber nach der Gelb-Roten Karte für Kasim Adams (65.) miterleben, wie die Frankfurter – nach vorne gepeitscht von fast 50 000 Fans – das Spiel mit ihrer ganzen Wucht noch einmal drehten. „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Der Wille war bei jedem da, das Spiel noch zu gewinnen“, lobte Frankfurts Coach Hütter, der nach Sebastien Hallers 2:2 (89.) und dem „Happy End“ durch Paciência auch erst einmal ein bisschen durch den Wind war: „Ich glaube, ich stand auf dem Spielfeld, so genau weiß ich das nicht mehr.“

Außergewöhnliche 40 Punkte in 24 Spielen hat die Eintracht jetzt gesammelt, die mächtig aufkommenden Hoffenheimer wurden zunächst einmal auf sechs Zähler distanziert, auf Champions-League-Platz vier sind es nur drei Punkte. „Jetzt haben wir Blut geleckt, das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein“, postulierte Matchwinner Paciência, der sich nach einer langen Verletzungspause wegen einer Meniskus-OP zu einer weiteren hochwertigen Alternative neben der „Büffelherde“ um Rebic, Haller und Luka Jovic entwickelt hat. „Für ihn freue ich mich besonders. Es ist toll, dass er nach all den Rückschlägen diesen Treffer erzielen konnte“, sagte Hütter.

Mit dem emotionalen Rückenwind dieses besonderen Sieges können die Hessen nun die schwere Aufgabe gegen den italienischen Renommierclub Inter Mailand im Achtelfinale der Europa League angehen (Donnerstag, 18.55 Uhr). „Es ist besser zu gewinnen als zu verlieren. Wir haben viel Selbstvertrauen“, meinte Haller, während Teamkollege Mijat Gacinovic schon eine kleine Kampfansage Richtung San Siro formulierte: „Mit diesen Fans im Rücken können wir jede Mannschaft schlagen.“

Dass mit dem 18-fachen Meister der Serie A, der in der Champions-League-Vorrunde nur knapp an dem FC Barcelona und Tottenham Hotspur scheiterte, noch einmal ein anderes Kaliber auf die Eintracht zukommt, weiß Trainer Hütter. Eine realistische Chance aufs Weiterkommen sieht der Österreicher beim aktuellen Leistungsniveau trotzdem: „„Wir verstecken uns nicht. Wir müssen zu Hause vorlegen, wenn wir weiterkommen wollen.“

Zum Thema