Eintracht Frankfurt

Fußball Beim 1:1 gegen Spitzenreiter Dortmund erweist sich der Eintracht-Rückkehrer als die erhoffte Verstärkung im zentralen Mittelfeld

Rode lässt die Leidenszeit hinter sich

Frankfurt.Nach 90 hochintensiven Minuten sah Sebastian Rode so aus, wie es sich für einen Abräumer im defensiven Mittelfeld gehört. Abgekämpft, mit grün-bräunlichen Grasspuren an den Beinen – und glücklich über einen verdientes 1:1 (1:1)-Unentschieden gegen seinen Ex-Verein Borussia Dortmund. „Für mich war die ganze Woche besonders. Ich konnte gegen die alten Kollegen zeigen, dass ich auch ein guter Fußballer bin. Von daher bin ich zufrieden“, sagte der 28-Jährige aus Alsbach-Hähnlein, der in der Winterpause zu Eintracht Frankfurt zurückgekehrt ist.

Dass Rode in Dortmund oft verletzt war und zuletzt fast gar nicht mehr gespielt hat, ist dem Südhessen an seiner alten Wirkungsstätte Frankfurt kaum anzumerken. Mit 12,84 Kilometern absolvierte der Südhesse gegen Dortmund die höchste Laufleistung aller Spieler und war da, als er in der Defensive gebraucht wurde. Zum Beispiel in der 67. Minute, als er mit einer Notfall-Grätsche vor dem einschussbereiten Raffael Guerreiro klärte. Auch wenn in der Vorwärtsbewegung noch nicht alles funktioniert, steht nach drei Partien für die Eintracht in diesem Jahr bereits fest: Rode ist ein echter Gewinn, gerade mit seiner Lauf- und Zweikampfstärke. „Natürlich habe ich persönlich noch Luft nach oben. Ich wollte unbedingt durchhalten und bin froh, dass ich das geschafft habe“, sagte der Mentalitätsspieler, der sich bisher – als wolle er diese Beschreibung untermauern – in jedem seiner drei Einsätze für die SGE in diesem Jahr eine Gelbe Karte abholte.

Leipzig, Gladbach, Donezk

Nach den eher durchwachsenen Auftritten gegen Freiburg (3:1) und in Bremen (2:2) zeigten Rode & Co. gegen den Spitzenreiter eine über weite Strecken imponierende Vorstellung. In der druckvollen Anfangsphase hatte die BVB-Abwehr immense Probleme, dass durch die längst ligaweit gefürchtete Frankfurter Offensive angerichtete Chaos wieder zu ordnen, nach Marco Reus’ Führungstreffer (22.) glich Luka Jovic (36.) schnell aus. Danach begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, mit leichten Vorteilen für die Eintracht ab der Schlussviertelstunde. „Wir haben gegen die aktuell stärkste Mannschaft Deutschlands gespielt und uns im Rahmen unserer Möglichkeiten gut gewehrt. Dortmund hat die feinere Klinge, aber wir haben bis zur letzten Minute gefightet. Ich konnte diesmal absolut zufrieden sein. Wenn die Leistung so ist wie heute, können wir mit den Top-Teams mithalten“, analysierte Trainer Adi Hütter.

Leistungen am oberen Limit wie am Samstag werden in den anstehenden schweren Wochen, wenn die Gegner Leipzig, Mönchengladbach und Schachtar Donezk (in der Europa-League-Zwischenrunde) heißen, auch notwendig sein.

Auch Rückkehrer Rode richtete nach dem Remis gegen den Tabellenführer den Blick bereits auf diese richtungsweisenden Partien. „Wir haben mit einer guten Leistung einen Punkt geholt. Das war im Hinblick auf die nächsten schweren Spiele wichtig“, erklärte der 29-Jährige. Gegen die in der Champions League ausgeschiedenen Ukrainer wollen die Hessen ihre europäische Erfolgsgeschichte fortschreiben, in der Liga muss Platz fünf gegen ambitionierte Teams wie Leverkusen, Wolfsburg oder Hoffenheim abgesichert werden.

Dass eine erneute Qualifikation für das internationale Geschäft möglich ist, darauf deuteten auch die Komplimente aus dem Lager des Spitzenreiters für die Eintracht hin. „Hier muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein. Frankfurt steht nicht umsonst da oben“, urteilte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc anerkennend.