Eintracht Frankfurt

Fußball Bei Eintracht Frankfurt gibt es zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel noch viele Baustellen

„Schuss vor den Bug“

Biel/Frankfurt.Bei Eintracht Frankfurt herrscht nach der Klatsche im Testspiel gegen Young Boys Bern große Ernüchterung. „Wir haben noch viel zu tun. Vielleicht war es zum richtigen Zeitpunkt ein Schuss vor den Bug“, räumte Trainer Adi Hütter nach dem blamablen 1:5 gegen seinen Ex-Club in Biel ein. Zwei Wochen vor dem ersten Qualifikationsspiel in der Europa League gegen den Sieger der Partie zwischen Radnicki Nis und FC Flora Tallinn redete der 49 Jahre alte Österreicher die Niederlage erst gar nicht schön: „Man kann sich halt einfach so nicht präsentieren.“

Beim Uhrencup geht es für den Bundesligisten im Rahmen des Trainingslagers bereits an diesem Freitag (19 Uhr) gegen den FC Luzern weiter. Gegen Bern liefen die Eintracht-Profis ständig hinterher, unter anderem zeigte Ante Rebic, der bei Atlético Madrid im Gespräch ist, eine ganz schwache Leistung.

„Man muss aber auch ganz klar sagen, dass wir acht Tage im Training sind – und die Young Boys eine Woche vor der Meisterschaft stehen“, erklärte Hütter, sagte aber auch: „In der ersten Halbzeit habe ich gar nichts gesehen.“ Ziemlich bedröppelt gaben die Spieler ihre Statements nach dem Abpfiff ab. „So dürfen wir uns nicht präsentieren, so dürfen wir uns nicht abschlachten lassen“, sagte der von Bayer Leverkusen gekommene Neuzugang Dominik Kohr. „Das müssen wir kritisch analysieren.“

Das einzige Tor für Frankfurt erzielte Dejan Joveljic. Der 19-jährige Serbe soll mittelfristig in die großen Fußstapfen des zu Real Madrid gewechselten Torjägers Luka Jovic treten. „Er ist ein guter Spieler, man sieht, dass er ein Näschen hat, weiß, wo das Tor steht, er kann sich auch körperlich durchsetzen“, sagte Routinier Marco Russ in einem Interview der „Frankfurter Rundschau“. „Aber man sollte halt nicht gleich erwarten, dass er, wie Luka Jovic, 15, 20 Tore macht.“

Interesse an Hannovers Anton

Der Eintracht erstmal nicht helfen kann Rekord-Einkauf Djibril Sow, der mit einem Sehnenanriss nach Clubangaben acht bis zehn Wochen fehlen wird. Schmerzlich vermisst wurden die Leistungsträger und letztjährigen Leihgaben Kevin Trapp, Sebastian Rode und Martin Hinteregger, die bisher allesamt von Sportvorstand Fredi Bobic nicht weiterverpflichtet werden konnten. Trapp hat inzwischen das Training bei Paris Saint-Germain aufgenommen, ebenso wie Hinteregger beim FC Augsburg. Der verletzte Rode (Borussia Dortmund) absolviert ein Reha-Training, bei ihm stehen die Chancen auf ein Bleiben derzeit wohl am besten.

„Wir wollen alle drei Spieler am liebsten behalten, das ist ganz klar“, hatte Bobic diese Woche erneut erklärt. Zudem ist Abwehrspieler Waldemar Anton von Hannover 96 nach einem „Bild“-Bericht ein Thema bei der Eintracht. Der U-21-Nationalspieler soll etwa zehn Millionen Euro Ablöse kosten. Gleichzeitig soll den Frankfurtern ein 40-Millionen-Euro-Angebot vom Premiere-League-Club West Ham United für Stürmer Sébastien Haller vorliegen.

„Wir sind jetzt in der zweiten Woche, die Nationalspieler erst ein paar Tage bei uns“, sagte Russ. „Dass noch nicht alles so läuft wie während der Saison, war uns klar, aber trotzdem hätten wir uns anders präsentieren müssen.“ Im Übrigen sei die Eintracht „wesentlich fitter als vor einem Jahr“. Damals startete der DFB-Pokalsieger mit einem Erstrunden-Aus gegen den Regionalligisten SSV Ulm 1846 in die Saison.