Eintracht Frankfurt

Fußball Frankfurts Kapitän David Abraham geht im Januar von Bord / Corona-Pandemie verhinderte im Sommer eine frühere Rückkehr nach Argentinien

Sehnsucht nach der Familie gibt den Ausschlag

Frankfurt.Die Sehnsucht ist einfach zu groß. Trotz intensiver Bemühungen von Bundesligist Eintracht Frankfurt beendet Abwehrspieler David Abraham im Januar seine Karriere als Profifußballer und kehrt rund ein halbes Jahr vor Ablauf seines Vertrages nach Argentinien zu seiner Familie zurück.

„Ich habe schon als Jugendlicher mein Heimatdorf verlassen. Seit viereinhalb Jahren bin ich nun Vater und habe insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie meinen Sohn sehr wenig gesehen. Gerade diese Zeit, sein Kind heranwachsen zu sehen, lässt sich durch nichts ersetzen“, begründete Abraham die Entscheidung, die demnach vor allem persönliche Gründe hat.

Seit 2007 kickt der 34-Jährige, der seine ersten Karriereschritte bei CA Independiente machte, in Europa. Erst zwölf Monate auf Leihbasis in Tarragona, dann vier Jahre beim FC Basel, mit dem er fünf Titel gewann. Es folgten ein Jahr in Getafe und zwei Spielzeiten bei der TSG 1899 Hoffenheim. Seit 2015 trug Abraham in bisher 170 Pflichtspielen das Adlertrikot der Eintracht, mit der er 2018 den DFB-Pokal gewann.

Bobic: „Werden ihn vermissen“

„Er hat in den vergangenen Jahren mit seinen konstant guten Leistungen einen erheblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Clubs und natürlich werden wir ihn als Mensch sehr vermissen“, sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic.

Ursprünglich wollte Abraham bereits im Sommer in seine Heimat Argentinien zurückkehren. Doch die Corona-Krise kam seinen Plänen in die Quere – was dem Verein zugute kam. „Wir waren froh, ihn noch etwas länger bei uns zu haben“, sagte Bobic im Rückblick auf die vergangenen Monate. „Er ist ein toller Spieler“, lobte unlängst auch Trainer Adi Hütter den Routinier.

Überredungskünste schlugen fehl

Mit dem Zuschlag von sechs Monaten gab der südamerikanische Rechtsverteidiger dem hessischen Bundesligisten die Möglichkeit, seine Nachfolge in aller Ruhe zu regeln. Am liebsten hätten ihn die Verantwortlichen sogar bis zum Saisonende behalten. Doch das kam für ihn nicht infrage.

„Natürlich haben der Trainer und andere versucht, mich zu einem längeren Verbleib zu überreden. Aber ich freue mich riesig auf meine Familie“, sagte Abraham, der sich nicht mehr von seinem Entschluss abbringen ließ.

Zur großen Sehnsucht vor allem nach Sohn Alfonso kam hinzu, dass der Körper in den vergangenen Jahren immer öfter streikte und Abraham wegen Verletzungen mehrere Mal ausfiel. Das soll ihm auf der Zielgerade der Karriere nun nicht mehr passieren. Nicht nur Bobic drückt ihm dafür die Daumen und hofft auf einen würdigen Rahmen für das letzte Spiel des Südamerikaners: „Wir alle wünschen uns für ihn einen Abschied gegen Schalke 04 im Januar mit Fans im Stadion. So wie er es verdient hat.“ 

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