Eintracht Frankfurt

Fußball Nach dem emotionalen Einzug in die Gruppenphase der Europa League freut sich Eintracht Frankfurt über attraktive Gegner

Traumlos Arsenal als Belohnung

Archivartikel

Frankfurt/Monaco.Makoto Hasebe, der nimmermüde Abwehrchef der Frankfurter Eintracht, hatte seine Meinung zur Auslosung der Europa-League-Gruppen im Grimaldi Forum von Monaco schon kurz nach dem 3:0-Heimsieg im Play-off-Rückspiel gegen Racing Straßburg kundgetan. „Egal welcher Gegner kommt“, gab sich der bald 36-jährige Japaner zuversichtlich: „Wir können alle schlagen.“

Am Freitagmittag um 13:47 Uhr hatten Hasebe und Co. dann Gewissheit über ihre ersten drei Gegner auf dem möglichen Weg nach Danzig, wo das Finale der Europa League am 27. Mai 2020 steigen wird. In Gruppe F bekommen es die Hessen mit dem Vorjahresfinalisten Arsenal London um Ex-Nationalspieler Mesut Özil, dem zehnfachen belgischen Meister und aktuellen Tabellenführer Standard Lüttich und mit Vitória SC Guimarães aus Portugal zu tun. „Das ist eine sehr interessante, attraktive Gruppe. Arsenal ist sicherlich der Top-Favorit, Lüttich und Guimarães sind absolute Traditionsvereine. Wir freuen uns auf diese Gruppe und rechnen uns natürlich Chancen aus“, erklärte Eintracht-Trainer Adi Hütter vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am Sonntag (18 Uhr), bei dem Sturm-Neuzugang Bas Dost sein Debüt geben könnte.

Hütter bewegt

Die Frankfurter, die in der vergangenen Saison erst im Halbfinale am späteren Champion FC Chelsea im Elfmeterschießen scheiterten, hatten sich am Donnerstagabend nach einem 0:1 im Hinspiel nachdrücklich für die Gruppenphase empfohlen, die am 19. September beginnt – nicht nur auf dem Platz, wie Hütter fand. „Ich glaube, es haben sich auch bei der Uefa viele gefreut, dass die Eintracht wieder dabei ist – einfach weil wir die Europa League zu 100 Prozent annehmen und diese auch mit unseren Fans begeistern“, freut sich der Österreicher auf die nächsten europäischen Auftritte mit den Adlerträgern: „Die Eindrücke waren großartig. Das ganze Spiel, mit den Fans im Rücken: Das war eine Darbietung, die seinesgleichen sucht.“

Ähnlich bewegt hatte sich Hütter schon nach dem Sieg gegen Racing geäußert: „Es ist für uns sicher nicht selbstverständlich, jedes Jahr in der Europa League zu spielen. Aber ich finde: Frankfurt gehört auf das internationale Parkett.“ Gegen Düsseldorf wolle die Eintracht vor der Länderspielpause für einen „perfekten Start“ sorgen, stellte Frankfurts Coach klar. Tatsächlich hätten die Hessen dann sechs Punkte aus den ersten drei Spielen, das Weiterkommen im DFB-Pokal (5:3 gegen Waldhof Mannheim) steht ebenfalls auf der Habenseite. In der Europa-League-Qualifikation hatte die Hütter-Elf vor Straßburg bereits Flora Tallinn und den FC Vaduz ausgeschaltet. Gegen Straßburg gab die Eintracht einen Vorgeschmack darauf, worauf sich Europa wieder freuen darf: ein Frankfurter Kollektiv, das zum ersten Mal in dieser Saison an den temporeichen Offensivfußball der Vorsaison anknüpfte – und eine Fankulisse, die sich anschickt, es mit jeglichen Dezibelrekorden aufzunehmen. „Das war einer dieser Donnerstage, die wir schon letztes Jahr zusammen erleben durften“, schwärmte Mittelfeldmotor Sebastian Rode aus Bensheim von der „grandiosen Stimmung“.

Der überragende Flügelflitzer Filip Kostic, der mit einem maßgenauen Freistoß zum 2:0 die Weichen auf Weiterkommen stellte (60.), war ebenfalls baff: „Die Fans sind wirklich unser zwölfter Spieler.“ Und Vorstandsmitglied Axel Hellmann sprach gefühlt allen Frankfurtern aus der Seele: „Ich glaube nicht, dass es irgendein Stadion in Europa gibt, das so eine Wucht entfesseln kann wie unsere Arena hier.“

Was macht Rebic?

Vor diesem Hintergrund war auch der denkwürdige Auftritt von Ante Rebic schnell abgehakt. Der kroatische Vizeweltmeister, der Gegenstand zahlloser Wechselgerüchte war und ist, machte zunächst mit einem engagierten Auftritt alle Zweifel an seiner Einstellung vergessen, aus einer Rebic-Hereingabe resultierte auch das 1:0 (Eigentor Stefan Mitrovic, 26.). Kurz vor der Pause ahndete jedoch Schiedsrichter Orel Grenfeld einen Zusammenstoß des Stürmers mit Racing-Torwart Sels Matz als Tätlichkeit (44.). Rebic musste mit Rot vom Platz – eine zu harte Entscheidung, zu der Matz mit viel Theatralik beitrug.

War das der letzte Auftritt von Rebic im Frankfurter Trikot? Angesichts des tadellosen Einsatzes des Frankfurter Pokalhelden und der „Ante Rebic“-Sprechchöre auf der Ehrenrunde, die der 25-Jährige in Badelatschen mitdrehte, ist ein Verbleib zumindest nicht undenkbar. Für das Düsseldorf-Match ging Hütter gestern davon aus, dass Rebic zur Verfügung stehen wird. Eine Prognose über Montag (18 Uhr) hinaus, wenn das Transferfenster der Bundesliga schließt, wagte der 49-Jährige nicht: „Es kann immer etwas passieren.“

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