Eintracht Frankfurt

Fußball Trainer Adi Hütter sieht Eintracht Frankfurt noch mitten im Entwicklungsprozess

Viel Aufwand, kein Ertrag

Frankfurt.An die neue Situation musste sich Adi Hütter erst einmal gewöhnen. „Es ist ein bisschen ungewohnt nach zwei Monaten ohne Niederlage“, sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem 1:2 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg. Elf Pflichtspiele in Serie hatten die Hessen seit Ende September nicht verloren – nun erwischte es sie ausgerechnet vor heimischer Kulisse. „Ich ärgere mich natürlich, denn mit einem Sieg wären wir Zweiter gewesen“, räumte Hütter ein.

Auch den Spielern war die Enttäuschung über den kleinen Rückschlag anzumerken. Zumal sie sich wenig vorzuwerfen hatten. „Dass die Serie reißen würde war klar. Schade, dass es heute passiert ist. Das ist schon bitter und enttäuschend, weil wir viel Aufwand betrieben haben“, stellte Torwart Kevin Trapp enttäuscht fest.

Gegen die lauf- und kampfstarken Wolfsburger fehlte dem DFB-Pokalsieger der letzte Tick – vor allem im Abschluss. „Wir wussten, dass uns irgendwann eine Niederlage treffen wird. Die heute aber war unnötig“, befand Eintracht-Kapitän Marco Russ.

In den vergangenen Wochen schwärmte Fußball-Deutschland vom magischen Sturm-Trio Sébastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic. Doch am Sonntagabend konnten sich die drei Frankfurter Offensivkräfte gegen die kompakte und robuste VfL-Defensive nicht wie gewohnt in Szene setzen, auch wenn Jovic (87. Minute) mit seinem neunten Saisontor zum Endstand traf. „Man muss jungen Spielern auch mal eine Leistung zugestehen, die nicht so brillant wie sonst ist“, sagte Hütter.

Das galt für das gesamte Team. „Wir waren heute nicht so ballsicher, griffig und entschlossen wie in der Vergangenheit“, analysierte der 48-Jährige. „Die Mannschaft war vom Kopf her vielleicht nicht so spritzig, dass sie die eine oder andere Aktion besser abgeschlossen hätte.“

Wenig überraschend

Für den Österreicher kam dies nicht einmal überraschend. „Unser Entwicklungsprozess ist immer noch nicht abgeschlossen“, stellte Hütter klar.

Das Wolfsburger Sturm-Trio war an diesem Abend effektiver. Admir Mehmedi (31.) traf zum 1:0, Daniel Ginczek (68.) zum 2:0 – und Wout Weghorst (27.) zumindest die Latte. „Wir haben auch gute Stürmer, die es können“, lobte VfL-Trainer Bruno Labbadia. Der Schlüssel zum Erfolg der Gäste lag aber in ihrer aufopferungsvollen Abwehrarbeit.

Für die Eintracht heißt es nun, den Frust schnell in positive Energie umzuwandeln. Als Tabellenfünfter mit 23 Punkten stehen die Hessen in der Bundesliga immer noch glänzend da, doch am kommenden Samstag wartet in Berlin beim Tabellensiebten Hertha BSC schon die nächste schwere Aufgabe. Dort wird sich weisen, aus welchem Holz die Mannschaft geschnitzt ist.

„Wir haben gehofft, die Serie so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Aber das wirft uns nicht um“, sagte Abwehrspieler Russ. Und Torwart Trapp gab das Motto vor: „Es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Wir müssen die Niederlage schnell abhaken.“ dpa