Eintracht Frankfurt

Fußball Nach dem 0:2 gegen Mainz droht Eintracht Frankfurt im Kampf um die Europapokal-Plätze ein bitterer Absturz

Vor dem schlimmsten Szenario

Archivartikel

Frankfurt.Der Tag begann mit der fast schon befürchteten Hiobsbotschaft – und er ging für Eintracht Frankfurt genauso schlecht weiter: Sebastian Rode, in den vergangenen Jahren ein unglücklicher Dauerpatient, hat beim dramatischen Aus im Europa-League-Halbfinale beim FC Chelsea einen Knorpelschaden im Knie erlitten und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Damit ist ungewiss, ob der Leihspieler von Borussia Dortmund überhaupt noch einmal für die Eintracht auflaufen wird. Es gibt sogar Spekulationen über ein vorzeitiges Karriereende.

Ob mit oder ohne Rode: Am Abend konnten die Hessen, das war nach den Ergebnissen der Konkurrenz in der Fußball-Bundesliga vom Samstag klar, mit einem Unentschieden gegen den FSV Mainz 05 zumindest die nächste Saison in der Europa League praktisch perfekt machen – und sich mit einem Sieg sogar die Option auf die erstmalige Qualifikation für die Champions League mit einer Überraschung am letzten Spieltag beim FC Bayern offenhalten.

Ujah trifft zweimal

Doch nach einem Doppelpack des Mainzer Angreifers Anthony Ujah innerhalb von vier Minuten (53./57.) und einer daraus resultierenden verdienten 0:2 (0:0)-Niederlage droht den Frankfurtern das schlimmste anzunehmende Szenario. Verliert die Eintracht (54, +16 Tore) in München, können sowohl Wolfsburg (52, +5, gegen Augsburg) als auch Hoffenheim (51, +20, in Mainz) mit eigenen Siegen die SGE noch auf Platz acht in der Tabelle befördern – dann gäbe es definitiv keine weitere Reise durch Europa für das Team von Adi Hütter. Die Frankfurter haben ihre einst komfortable Ausgangslage vor allem deshalb verspielt, weil sie aus den drei zurückliegenden Heimspielen gegen Augsburg (1:3), Hertha (0:0) und jetzt Mainz nur einen Punkt holten. „Die Gegentore sind zu einfach gefallen, das müssen wir besser verteidigen. Wir haben die Chance, nächste Saison sicher wieder in Europa zu spielen, nicht genutzt. Das war unser großes Ziel, das haben wir nicht geschafft. Am letzten Spieltag in München können wir viel verlieren, aber auch viel gewinnen. Jetzt müssen wir den Kopf frei bekommen und am nächsten Samstag versuchen, Bayern Paroli bieten“, sagte Innenverteidiger Martin Hinteregger.

Wie würde die Eintracht die körperlichen und mentalen Folgen der mit erhobenem Haupt verlorenen Fußball-Schlacht an der Stamford Bridge vom Donnerstagabend verkraften? Auf diese Frage gab es in der ersten Halbzeit noch keine abschließende Antwort. Die motivierten Mainzer, das spürte man, wollten dem ungeliebten Nachbarn die Europa-Suppe nur zu gerne versalzen, blieben aber in ihren Angriffsbemühungen zunächst zu unpräzise.

Danny Latza prüfte mit einem Flachschuss einmal Frankfurts Schlussmann Kevin Trapp (9.), Pierre Kundes Schuss entwickelte sich durch das abfälschende Bein von Simon Falette zu einer ernsthafteren Bedrohung für das Eintracht-Tor (21.). Die beste Chance besaß aber der Europapokal-Halbfinalist: Filip Kostic setzte sich am linken Flügel gegen Daniel Brosinski durch, die Hereingabe des Serben schoss Ante Rebic mit vollem Risiko volley aus neun Metern über den Kasten.

Die Kraft reicht nicht mehr

Mit einer Führung im Rücken wären bei den Hessen vielleicht noch einmal neue Kräfte frei geworden, stattdessen zahlten die Hessen nach der Pause den Tribut. Erst düpierte Jean-Philippe Mateta David Abraham und lupfte zu Ujah, der das Spielgerät zum 0:1 über die Linie bugsierte (53.). Kurz danach leistete Falette keine nennenswerte Gegenwehr bei Jean-Philippe Gbamins Alleingang und Ujah traf aus der Drehung zum zweiten Mal (57.). Der Rest waren verzweifelte wie meistens mangelhafte Frankfurter Versuche, trotz offensichtlichen Substanzverlusts die Niederlage abzuwenden, und Mainzer, die es bei mehreren Konterchancen teils kläglich verpassten, das Ergebnis noch höher zu gestalten.