Eintracht Frankfurt

Fußball In hochkarätigem Duell um die Europapokal-Plätze trennen sich Eintracht Frankfurt und Hoffenheim leistungsgerecht 1:1

„Werbung für die Bundesliga“

Archivartikel

Frankfurt.Niko Kovacs Daumen ging direkt nach dem Schlusspfiff nach oben. Zwar gratulierte der Trainer von Eintracht Frankfurt damit primär dem Schiedsrichtergespann um Daniel Siebert für eine gute Leistung – die Geste hätte aber auch sinnbildlich für das gehobene Niveau des richtungsweisenden Duells um die Qualifikation für den Europapokals zwischen den Hessen und der TSG 1899 Hoffenheim stehen können. Mit dem leistungsgerechten 1:1 (0:0) behaupten die Frankfurter ihre drei Punkte Vorsprung auf die Kraichgauer, die als Siebter in ihrer starken aktuellen Form aber ebenfalls ein heißer Kandidat für den Europapokal bleiben.

„Wir haben heute zwei Punkte verloren, in der ersten Halbzeit hatten wir einige gute Chancen in Führung zu gehen“, meinte Hoffenheims Serge Gnabry, der die Eintracht-Führung von Luka Jovic (49.) mit einer feinen Einzelaktion in der 56. Minute egalisiert hatte. Sein Trainer war vom Spiel begeistert, vom Ergebnis nur bedingt. „Das war Werbung für die Bundesliga“, sagte Julian Nagelsmann: „In der ersten Halbzeit müssen wir mindestens ein Tor schießen. Dennoch ist der Punkt für uns etwas wert, weil wir ein gutes Restprogramm haben und Frankfurt ein schweres. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, dann können wir noch oben reinrutschen. Für uns ist weiterhin alles möglich.“

Nach einer Abtastphase erfüllte das Sechs-Punkte-Spiel um Europa die Erwartungen vollauf. Die Hoffenheimer, bei denen Havard Nordtveit in der Abwehr Kevin Vogt (Magen-Darm) ersetzte, überließen den Hessen häufig den Ball – hatten aber die ersten richtig gefährlichen Aktionen. Mark Uth schickte Serge Gnabry in die Gasse, der knapp verzog (34.), Andrej Kramaric hätte mit einem unkonventionellen Volley-Außenrist-Versuch aus 22 Metern an den Innenpfosten beinahe Eintracht-Schlussmann Lukas Hradecky düpiert (37). Dennoch konnte die TSG von Glück sagen, nicht mit einem Rückstand in die Pause zu gehen: Nach einer Ecke parierte zunächst Oliver Baumann in Weltklasse-Manier den Schuss des ungedeckten Marco Russ aus kürzester Distanz, bevor Pavel Kaderabek den Nachschuss ins leere Tor durch Luka Jovic mit einer artistischen Grätsche vereitelte (42.).

Uths diskutable Entscheidung

Das mögliche Hoffenheimer 1:0 vergab Uth, der gegen Hradecky den Abschluss suchte, statt den in der Mitte völlig freistehenden Gnabry zu bedienen (47.). „Er hat sich so entschieden“, meinte der Nationalstürmer in Richtung seines Kollegen: „Aber ich habe bestimmt die Qualität, den Ball aus drei Metern reinzumachen.“ Stattdessen ging die Eintracht mit einer blitzsauberen Kombination in Führung: Fabian schickte Marius Wolf, dessen scharfe Hereingabe Jovic über die Linie bugsierte (49.).

Der Vorsprung hielt indes nur sieben Minuten. Baumanns langen Abschlag verlängerte Uth auf Gnabry, der David Abraham stehenließ und den nicht ganz schuldlosen Hradecky zum 1:1 überwand (56.). Danach hatte die Eintracht Vorteile und hätte nach Baumanns missglücktem Zuspiel durch Sebastien Hallers Lattenkopfball für die Entscheidung sorgen können – doch es blieb beim Unentschieden, mit dem letztlich beide Clubs leben konnten. „Es war ein tolles, überragendes Spiel mit einem Ergebnis das gerecht ist. Eigentlich hätten heute aufgrund ihrer Leistungen beide Teams drei Punkte verdient gehabt“, meinte Eintracht-Coach Niko Kovac. Auch SGE-Vorstandschef Fredi Bobic blickte nach dem überzeugenden Auftritt zuversichtlich in Richtung Schlussspurt. „Wir haben den Abstand zu Hoffenheim gehalten, deshalb hilft uns der Punkt. Wir sind Eintracht Frankfurt und können froh sein, dass wir im Konzert der Großen mitschwimmen. Es wird ein Kampf bis zum Schluss, aber wir sind dazu bereit, das hat man gesehen.“

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/fussball

Zum Thema