Eishockey

Eishockey Deutsche Nationalmannschaft weckt nach 3:2-Sieg über die Slowakei Hoffnung auf weitere Überraschungen

DEB-Team ignoriert Rückschläge

Kosice.Deutschlands Eishockey-Team arbeitet am nächsten Coup. 444 Tage nach dem Olympia-Finale in Südkorea wurden beim Verbandschef Franz Reindl Erinnerungen an die Silber-Sensation wach. „Die wollen immer mehr, das merkst du auch in der Kabine“, sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach dem besten WM-Start eines deutschen Teams seit 89 Jahren: „Das erinnert mich an Pyeongchang.“

Nicht nur Reindl. Auch die Spieler fühlen sich nach dem makellosen WM-Start in der Slowakei bereit für ein erneutes Highlight. „Dass es mit vier Siegen in den ersten vier Spielen geklappt hat, ist schön“, sagte Silbergewinner Yannic Seidenberg zum vorzeitigen Viertelfinal-Einzug, an dem es nur noch theoretische Zweifel gibt, und bekräftigte: „Aber das Turnier ist noch nicht zu Ende. Dass mit Erfolgsmomenten das Selbstvertrauen größer wird, ist klar.“ Beim 3:2-Kraftakt (0:0, 1:2, 2:0) im Vorrunden-Schlüsselspiel gegen den WM-Gastgeber am Mittwochabend erlebte die DEB-Auswahl möglicherweise auch ihren emotionalen Schlüsselmoment. „Das sind die Spiele, für die man angefangen hat, Eishockey zu spielen“, jubelte Kapitän Moritz Müller nach dem Erfolg, der nebenbei auch schon die direkte Olympia-Qualifikation für Peking 2022 bescherte. Bis 112 Sekunden vor dem Ende drohte Deutschland die erste Niederlage bei der WM gegen den direkten Konkurrenten. Das Viertelfinale wäre damit zunächst in weite Ferne gerückt.

Übler Bandencheck

Deutschlands bislang bester WM-Verteidiger Moritz Seider (Adler Mannheim) musste nach einem üblen Bandencheck von Ladislav Nagy zudem benommen vom Eis. Doch das DEB-Team blieb cool und steckte auch diesen Rückschlag weg. Mannheims Markus Eisenschmid glich zum 2:2 aus und 27 Sekunden vor dem Ende zeigte Weltklasse-Stürmer Leon Draisaitl mit seinem Präzisionsschuss zum Sieg all sein Können. „Bis dahin habe ich eigentlich nicht wirklich was Gutes hinbekommen. Da habe ich mir gedacht, eine gute Aktion muss ich noch irgendwie zustande bringen“, meinte der Matchwinner launig. Durch die individuelle Klasse des NHL-Topstürmers der Edmonton Oilers fiel in dem Moment einiges vom Team ab, was sich bis in die Nacht in einer Party in den Geburtstag von Adler-Stürmer Matthias Plachta hinein entlud. Aus den USA trudelten Glückwünsche von Olympia-Silber-Trainer Marco Sturm ans Team ein. Dessen Nachfolger als Bundestrainer nimmt die Euphorie gern mit in die restlichen Vorrundenspiele gegen die Top-Nationen (am Samstag gegen Kanada, am Sonntag gegen die USA jeweils um 16.15 Uhr), in denen die Ausgangslage für die K.o.-Runde weiter verbessert werden kann.

Sorge um Top-Talent

Ob Seider nach dem üblen Foul dabei sein kann, ist noch offen. Ihm gehe es „okay“, hieß es vom DEB. „Man muss die Spieler schützen, um Gottes Willen, jetzt ist Zeit wirklich. Wir reden darüber, dass sich ein Spieler wirklich verletzt hat. Da kann alles passieren bei so was“, war Söderholm schockiert über das geringe Strafmaß gegen Nagy. Ganz ähnlich sah es Kapitän Moritz Müller: „Da wird ein 18-jähriger Junge von hinten komplett die Bande reingefahren. Meiner Meinung nach sind das fünf Minuten.“ dpa

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/sport

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