Eishockey

Eishockey Ausnahmespieler genießt Testspiel in Kölner Heimat und Treffen mit Ex-Jungadler Tiffels / NHL-Boss Daly verspricht Deutschland reguläres Liga-Spiel

Draisaitl schwärmt: „Unbeschreibliches Gefühl“

Archivartikel

Köln.Als der Hallensprecher der Kölnarena bei der Bekanntgabe der Start-Aufstellung der Edmonton Oilers den Namen „Leon“ ins Mikrofon sprach und die 18 400 Besucher daraufhin euphorisch „Draisaitl“ riefen, da huschte ein kleines Lächeln über das Gesicht des Angreifers. „Das war ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte Leon Draisaitl. Der 22-Jährige ist momentan der wohl beste deutsche Eishockey-Spieler. Der Auftritt mit seinem Team aus der NHL ließ die Fans in Scharen nach Köln strömen.

Um ihre Marke auch in Europa zu präsentieren, schickte die National Hockey League (NHL) vor dem Saison-Beginn an diesem Wochenende erneut ein paar Teams auf den alten Kontinent und es lag auf der Hand, dass die Edmonton Oilers ein Testspiel bei den Kölner Haien austragen sollten. Schließlich ist Leon Draisaitl nicht nur ein Zugpferd für eine volle Halle, sondern als gebürtiger Kölner auch noch ein lokaler Held. Zudem erhielt sein Auftritt die nette Anekdote, dass Vater Peter als Trainer hinter der Bande der Haie stand. „Das ist eine schöne Geschichte“, sagte der anwesende Bundestrainer Marco Sturm.

Am Ende siegten die wenig überzeugenden Oilers in der Verlängerung 4:3, das erste Tor hatte der Landshuter Tobias Rieder nach sieben Minuten auf Vorlage von Draisaitl erzielt. „Danach habe ich Leon gesagt, dass er aufhören soll“, erzählte Vater Peter mit einem Lachen. Der Sohn gehorchte, für ihn war die gelungene Veranstaltung schließlich auch ein Wiedersehen mit einem Gefährten aus Jugendzeiten. „Ich habe mich riesig gefreut, gegen Leon spielen zu können“, sagte Dominik Tiffels.

Duell zweier Jugend-Gefährten

Der Verteidiger der Kölner Haie hat von 2010 bis 2012 gemeinsam mit Draisaitl im Nachwuchs der Jungadler Mannheim die Schlittschuhe geschnürt. „Wir waren damals so 15 bis 17 Jahre alt und hatten eine Menge Spaß. Wir haben auch geflachst, dass wir irgendwann mal in der NHL spielen werden. Für Leon freut es mich riesig, dass er dies geschafft hat. Wir haben das ganze Jahr Kontakt. Unsere Familien sind richtig gut miteinander befreundet“, erzählte Tiffels unserer Zeitung. Am Dienstagabend waren die beiden Kumpels zusammen essen.

Überhaupt hatte Leon Draisaitl in den vier Tagen in Köln mehr Termine neben als auf der Eisfläche. Montag durfte er bei Vater und Mutter übernachten, was bei vielen Gesprächen eine kurze Nacht nach sich zog. Dienstag dann diente er für seine Mannschaftskameraden als Reiseführer. Auf dem Programm standen Schokoladenmuseum, Dom, Rheinschifffahrt und Brauhaus. „Ich habe den Jungs unsere Kultur gut vermittelt“, so Draisaitl.

Mit der für nordamerikanische Verhältnisse ungewohnt lautstarken Stimmung während des Spiels hat dann auch das deutsche Eishockey punkten können. So gut, dass der stellvertretende NHL-Boss Bill Daly in Köln allen Eishockey-Fans etwas Großartiges versprach. „In den nächsten fünf Jahren wird die NHL ein reguläres Liga-Spiel nach Deutschland verlegen. Das ist ganz sicher“, so Daly.